Early Germanic Languages in Contact


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Early Germanic Languages in Contact
Volume 27
Early Germanic Languages in Contact
Edited by John Ole Askedal and Hans Frede Nielsen
NOWELE Supplement Series (NSS)
 -
NOWELE Supplement Series is a book series associated with the journal
NOWELE:
North-Western European Language Evolution.
e supplement series is devoted not only
Early Germanic Languages
in Contact
Edited by
John Ole Askedal
University of Oslo
Hans Frede Nielsen
University of Southern Denmark
In collaboration with
Erik W. Hansen
Alexandra Holsting
Flemming Talbo Stubkjær
John Benjamins Publishing Company
Amsterdam
Philadelphia
the
American National Standard for Information Sciences – Permanence
of Paper for Printed Library Materials,


./nss.
Cataloging-in-Publication Data available from Library of Congress:
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©  – John Benjamins B.V.
No part of this book may be reproduced in any form, by print, photoprint, microlm, or any
other means, without written permission from the publisher.
John Benjamins Publishing Co. · P.O. Box  · 
TABLE OF CONTENTS
germanischen Wortschatz
Michael P. Barnes
he Witness of
Voicing in
nglish: Voicing in
nglish Viewed as Part of
he Vowel
Hans Frede Nielsen
TO
ver the past twelve years a number of international symposia on early Germanic
language evolution have been held at the University of
outhern Denmark in
dense, focusing on themes such as “
anguage History and
ittoral” (2004), “
arly and Pre-Historic
anguage Develop
ment in
orth-Western
urope” (2006), “
he Gothic
ture, Development” (2008) and “Unity and Diversity in West Germanic and the
mergence of
nglish, German,
risian and Dutch” (2011).
he proceedings of
the first three conferences mentioned were published as regular (double) volu
mes of the journal
by the University Press of
outhern Denmark, and
the proceedings of the conference held in 2011 appeared in 2013 and 2014 as
vols. 66:1-2 and 67:1 under the aegis of John
enjamins, the publisher
T
upplement volume contains revised and, in some
cases, extended versions of twelve of the fourteen lectures read at the conference
arly Germanic
ugust 2013) – with a paper and a review article added at the end on themes
pertaining to the aim and scope of the symposium.
ll papers cover central as
innic languages, drawing
attention to the widespread tendency among Germanic scholars to ignore the
innic; a state of affairs deplored by Kallio considering
F
or reasons of content,
Magnús Snædal
’s lecture on Gothic contact with Greek
atin is printed here as two separate (revised) papers. It is shown that
lical Gothic was heavily influenced by Greek, a fact clearly evidenced by, e.g.,
the formation of compound words, many of which were loan translations from
candinavian contact is also the subject
’s paper, which analyses some of the problems involved in the
identification and dating of the
orse-derived terms recorded in medieval
nglish
O
Kurt Goblirsch
argues that the lack of initial
cots is
due to non-Germanic substratum influence, whereas, e.g., the aspirationless belt
cutting across the middle of Germany, according to the author, is not the result of
the south of the High German
hift into former
ow German territory.
Anatoly Liberman
voiceless and voiced fricatives were phonemically distinct throughout the his
he emergence of initial voiced fricatives as reflected in early
was indicative only of distributional expansion, language contact with
having the same effect.
Hans Frede Nielsen
’s contribution is, in
Falluomini, Robert D. Fulk, Kurt Goblirsch, Jan Ragnar Hagland, Wolfgang
ENTLEHNUNG UND URVERWANDTSCHAFT
IM VORLITERARISCHEN GERMANISCHEN WORTSCHATZ
Die Vorgabe für diesen Entwurf war, die Entlehnungen in das Germanische vor
der Lautverschiebung zu behandeln. Eine erste Bearbeitung zeigte, dass in den
wesentlichen Punkten über die Darstellung von Friedrich Kluge
(Vorgeschichte
der altgermanischen Dialekte in H. Paul (ed.),
Grundriß der germanischen
, 2. Aufl. (1901), I,320-496, speziell die Einleitung S. 320-365) nicht
wirklich hinauszukommen ist, und dass diese Entlehnungen für eine eigentlich
war, erschien das Buch eines Geobotanikers, das auch als Einleitung zu diesem
Vortrag hätte dienen können: Hansjörg Küster,
Am Anfang war das Korn. Eine
andere Geschichte der Menschheit
A Entlehnungen vor der germanischen Lautverschiebung
Bei dem Wort
haben wir den Glücksfall, dass Herodot uns eine klare Aus
1.
deshalb wird man am ehesten in den dortigen Sprachen den Ausgangspunkt für
zu geben (auch im Indischen, dort mit palatalem
), und für eine Erweiterung
in Frage, die vor allem im Syrjänischen und Wotjakischen
den üblichen Entsprechungen nicht folgen. Da man glaubt, dass diese Wörter
zusammengehören müssen, wird ein ähnlich lautendes Wort in einer fremden
Sprache postuliert, aus dem die verschiedenen Wörter jeweils für sich entlehnt
wurden. Wieder anders ist der Fall, dass bei einem Wortvergleich innerhalb der
indogermanischen Sprachen die Formen zweier Sprachen ohne Problem zusam
menstimmen, aber aus anderweitigen Erwägungen heraus mit einer Entlehnung
afr.
RGA 22 (2003), 13-17.
sonst herangezogen werden, sind abzutrennen (und damit auch ein meist für die
Beurteilung herangezogenes mykenisches Wort).
Für das Germanische ist dann (mit grundsprachlichem Lautstand)
oder
Die Verschiebung von Labiovelar zu Labial (die im Ostnordischen und Gotischen
nicht eintritt) ist noch nicht ausreichend geklärt. Vgl. aber das nordische
‘Wölfin’ und evtl. die von Helmut Birkhan,
Germanen und Kelten bis zum Ausgang
dem slawische, baltische und germanische Formen entsprechen. Mit gleichem
Vokalismus russ. ksl.
usw. und vermutlich aschw.
ausgegangen wird (im Vorderglied eine Entsprechung
zu einer in den skandinavischen Sprachen noch klar bezeugten Sippe, die aber
aber gelängt. An diesen sehr späten Reflexen hängt die Beurteilung von Länge
und Kürze bei diesem Wort.
9.
in der Umgebung
zweier Nasale nasaliert wurde und unmittelbar vor einem
nicht nach Normalentwicklung eines Erbworts aus, so dass der Rückgriff auf
ein sonst nicht bezeugtes Wort einer Mittelmeer(substrat)sprache in sehr früher
Im Fall einer Entlehnung vor der Lautverschiebung ließen sich diese Formen
vielleicht erklären, wenn von einer Entlehnung aus einer Form mit langem
(wie
im Griechischen) ausgegangen wird, zu einer Zeit, in der das idg.
im Germa
geworden war. Dann konnte bei der Entlehnung entweder
Vgl. Wilhelm Heizmann,
Wörterbuch der Pflanzennamen im Altwestnordischen
(1993) im Wörterbuchteil “Fachliteratur” unter
migon, opium, papaver, svefngras
die die einfache Bevölkerung trägt, und die aus Fellstücken (der Sache nach aus
Ziegenfellen) zusammengenäht sind – und eben so sind die Umhänge mancher
Skythen aus Menschenhaut zusammengenäht. Hier geht es nicht um eine Ent
lehnung oder Nachahmung aus dem Skythischen (oder Thrakischen, wie man
teilweise aus unzureichenden sprachlichen Gründen geglaubt hat), sondern um
ein griechisches Wort für eine griechische Sache, das zur Verdeutlichung einer
skythischen Sache bei der Beschreibung herangezogen wird. Das griechische Wort
Walch
Die germanische Bezeichnung für Kelten und später Romanen ist
den Adjektiv
*walhiska
-, also ‘welsch’: ahd.
walah
, bezeugt für ‘Romane’,
mehrere Völker namens
14.
RGA 15 (2000), 262-264 (unter Hunnenschlachtlied) und 16 (2000), 317-322 (unter
: Kleider aus Hanf sind nach der Aussage von
usw., apreuß.
schen entlehnt gelten (kymr.
, air.
mit Lautersatz im Anlaut wie in sehr
alten Entlehnungen. Urverwandtschaft hätte anlautendes
ergeben). Wieder
anders das ähnliche gr.
kann zunächst genau mit dem lateinischen
hordeum
verglichen werden;
doch weisen sehr ähnliche Wörter für ‘Gerste’, vor allem gr.
+
auf eine kompliziertere Ausgangslage; alb.
zu beiden möglichen Vorformen gehören; lit.
Diskussion z. B. bei Hjalmar Frisk,
Griechisches etymologisches Wörterbuch
Differenzierung auf ‘Gerste’ festgelegt wurde. Im Italischen (und vielleicht
im Keltischen) wurde das Wort für die neu zur Verfügung stehende Brotfrucht
beibehalten. Die Bedeutung ‘Gerste’ übernahm eine offenbar von der östlichen
Mittelmeerregion eindringende Bezeichnung, die im Germanischen dann regional
eingeschränkt wurde (dt.
). Wie dem auch sei – auf jeden Fall
sind die Bezeichnungen im Germanischen und im Italischen geblieben; im Fall
von Gerste zusammen mit Griechisch, Albanisch und Armenisch; im Falle von
besteht (diese
Annahme dürfte allerdings chronologische Schwierigkeiten machen).
Wenn weiter die Stellung des
-r-
im Keltischen auf einem Umsprung beruht,
könnte an eine ostidg. Sippe angeknüpft werden: (idg.)
- ‘Wildkraut,
Grünfutter’ in ai.
n. ‘Küchenkraut, Gemüse’, lit.
Es ist natürlich auch möglich, dass die Wörter für ‘Hafer’ allein stehen. Im Fall
der Bedeutung ‘Hafer’ ist das Wort eine ausschließlich gemeinsame Neuerung
von Keltisch und Germanisch. – Die englische Bezeichnung des Hafers (
scheint ein Erbwort mit der Bedeutung ‘Frucht, Samen’ zu sein. Es taucht im
germanischen Wort für ‘Erbse’ als Hinterglied auf.
Vgl. M. Mayrhofer,
Ich versuche nun, die Bezeichnungen dieses Komplexes einzuordnen. Ich
in Frage kommt; für eine weitere Klärung des Wanderwegs fehlen aber die not
wendigen Zwischenglieder, zumal die Entlehnungsrichtungen umstritten sind.
Auf jeden Fall stellt sich hier das Germanische mit dem Baltisch-Slawischen
gegen eine sonst sogar gemeinidg. Gemeinsamkeit (
*arg-
‘Silber’ in it., kelt.,
gr., ai.).
Bei Gold zeigt das Germanische eine
-Bildung mit Schwundstufe, von der
Vermutlich Erbwörter; das Germanische geht mit einer Ostgruppe, nicht mit idg.
(eur.)
‘Gold’ (it., balt./lit., vielleicht toch.; belegtes Keltisch spät entlehnt
aus Latein – das Keltische hat keinen Rhotazismus – eine alte keltische Form ist
Die Besonderheit in der Verbreitung der Gold- und Silberwörter germ. – balt.
– slaw. scheint mir mit dem Bernsteinhandel zusammenzuhängen – die Wörter
für Gold, Silber (und vielleicht Elektron mit seiner zweiten Bedeutung ‘Bern
stein’) könnten Wertentsprechungen zum Bernstein gewesen sein, der schon in
Bei den Nutzmetallen gibt es eine einzige Bezeichnung, für die eine ursprünglich
Farbe, wird aber fein pulverisiert oder in Verbindung mit Wasser rot. Nun hat
Warren Cowgill
darauf hingewiesen, dass das keltisch-germanische Eisenwort
auf ein Wort für ‘Blut’ zurückgeführt werden kann, nämlich auf (idg.)
‘Blut’ (älter
. Diese Form, die ich als Zugehörigkeitsbildung
mit Vriddhi bezeichnen würde (‘das wie Blut Aussehende, das Rote’), würde
genau zu der keltischen Form
führen, das germanische Wort müsste
dann (wegen des Lautwandels

und wohl auch wegen der Entwicklung des
I,1 (1986), 68, Fußnote 10. Zum Lautlichen vgl.
Patrizia de Bernardo Stempel, A New Perspective on Some Germanic-Celtic
Material.
nachzuzeichnen, besonders wenn wir die sachlichen Entwicklungen wenigstens
Dabei zeigten unsere beiden Beispiele ganz parallele Ergebnisse: Im Westen
später auf ‘Gerste’ festgelegt wird (e.
‘Bronze’, im Lateinischen auch hier mit Übergang der Bezeichnung zum folgenden
avena.
Den Anzeichen nach ist dies alles vor der germanischen Lautverschiebung
passiert; es gibt aber leider keinen völlig eindeutigen Beleg (weder dafür noch
dagegen), da in allen Fällen konkurrierende Deutungen bestehen, die zwar viel
weniger wahrscheinlich sind, aber nicht ausgeschlossen werden können. Auch
kann nicht herangezogen werden, weil er keine lexikalische
Entlehnung ist – ein Name kann beliebig früh übernommen worden sein. Dass
also der Name vor der Lautverschiebung übernommen wurde, besagt noch nicht,
dass auch lexikalische Einheiten vor der Lautverschiebung übernommen wurden.
Aber alle Wahrscheinlichkeit spricht dagegen, dass die Lautverschiebung vor den
Beginn der germanischen Eisenzeit zurückreicht; die Anzeichen deuten eher auf
ein wesentlich späteres Datum.
Die Frage, wann Germanisch und Italisch aus einem regionalen Bestandteil der
ständigen
Sprachen geworden sind, ist zwar auch zu beantworten, aber nur in
wenig
präziser
Form. Die italisch-germanischen ausschließlichen Gemeinsamkeiten müssen
in die Zeit der regionalen Auflösung des Indogermanischen zurückgehen (und
das war sicher ein lange andauernder Prozess). Der Beginn dieser Auflösung
natürlich nicht, ob die Indogermanen um diese Zeit in Mitteleuropa saßen; aber
auch in der weiteren Nachbarschaft werden so einschneidende Entwicklungen
tioned historiographical study (1961) deals almost exclusively with Koivulehto’s
ments. In addition to his positive impact, however, Koivulehto has also
been the obvious source of inspiration in some deeply flawed works (e.g. Katz
1990). On the other hand, the last serious attempts to defend Thomsen’s model
The State of the Art in Germanic-Finnic Loanword Studies
The work summarized so far culminated in the publication of the
älteren germanischen Lehnwörter in den ostseefinnischen Sprachen
LägLoS 1991, 1996, 2012), the joint project by the two Dutch (or more precisely
Frisian) Germanicists Kylstra and Hofstra mentioned above as well as the two
Finnish Fennicists Sirkka-Liisa Hahmo and Osmo Nikkilä. In brief, LägLoS
critically discusses all the 1401 Finnic words that have been considered to be
borrowings from any proto-stage between Early Proto-Germanic and Proto-Norse,
Germ. LW
? Germ. LW
Kaum germ. LW
Kein germ. LW
Germ. oder älteres LW
? Germ. oder älteres LW
Älteres LW
? Älteres LW
Germ. oder jüngeres LW
? Germ. oder jüngeres LW
11.
Jüngeres LW
? Jüngeres LW
13. no evaluation (due to a typographical error?): 1 (s.v.
According to LägLoS, therefore, the Finnic languages have at least 518, and at
most 1077, early Germanic loanwords (N.B.
älteres LW
refers to Northwest Indo-
2012) to 83 in Old Church Slavonic (Granberg 2010). Thus, the early Germanic
influence on Finnic was considerable indeed and may well be compared with the
The early Germanic loanwords in Finnic can now be stratified even further. For
instance, the Saami scholars (and brothers) Ante and Aslak Aikio (2001: 19-21)
recently listed only 114 of those which are markedly early:
Words borrowed before certain Proto-Finnic sound changes (e.g.

period dating about 200-500 AD (Nielsen 2000: 31-33). In general, nearly all
the Germanic loanwords borrowed into Late Proto-Finnic point to a source lan
guage bearing the closest resemblance to Early Runic. There is only one clear
‘sword’ Late Proto-Finnic
‘sword’ (LägLoS s.v.
True, it has been argued that the Finnic word for ‘sword’ could have been borro
wed as early as 1400-1200 BC when the earliest bronze swords were introduced
to Finland (Heikkilä 2012: 16-17), but I find this impossible for several reasons.
First of all, no Finnic words with a long vowel followed by a geminate consonant
-stem suffix can go back beyond Late Proto-Finnic (Kallio 2012b: 230-
Wanderwort
‘sword’;
(cf. Heikkilä
2012: 19-20), since the long vowel only occurs in the Karelian branch where it
‘needle’). Thus, the Finnic
cluster. However, as such a phonotactic constraint was no longer operative in Late
Proto-Finnic, this word must have been borrowed into Middle Proto-Finnic, the
stage largely recoverable by internal reconstruction immediately before
(see Kallio 2007 for further criteria). Then again, the earliest loanwords adopted
(7)
‘to look’ Middle Proto-Finnic
‘to watch’ (LägLoS s.v.
(8)
‘to go, to walk’ Middle Proto-Finnic
‘to stride’ (LägLoS s.v.
The latter could in fact reflect the intermediate stage of Northwest Germanic
, even though it is not necessary, because the Finnic vowel harmony can
, too (see e.g. Saukkonen 1962). In any case, these
two words must go back to Middle Proto-Finnic, because in the former case the
was no longer operative in Late Proto-Finnic (cf.
above), whereas in the latter case the vocalization
(11)
‘forehead’ Middle Proto-Finnic
‘forehead’ (LägLoS s.v.
In any case, all these words go back to Middle Proto-Finnic because of the sound
As far as consonantism is concerned, the problem is that the Finnic evidence
does not show the most characteristic Proto-Germanic innovation, Grimm’s
Law. Throughout its history, the Finnic consonant system has been very limited,
, which was substituted for both Pre-Grimm
. True, Post-Grimm
medially borrowed as the corresponding geminate
a tendency depending on phonotactic context than a rule. In most instances,
therefore, it is impossible to know if the source language was Palaeo-Germanic
or Proto-Germanic, although only reconstructions based on the latter assumption
One may now wonder on what grounds we even speak of Germanic. Indeed, the
so-called Pre-Germanic loanwords in Finnic (Koivulehto 2002: 585-586) could in
theory have been borrowed from any primitive
language. Even the Ger
manicness of Palaeo-Germanic is based on only a few phonological innovations
), if we exclude those not reflected in borrowings into
Finnic. However, the sources of the Palaeo- and even Pre-Germanic loanwords
are later often attested only in the Germanic languages, thus suggesting that we
are indeed dealing with either the direct ancestor of Germanic or at least a closely
Remarkably, Finnic also has (Palaeo-)Germanic loanwords that have regular
cognates in the Saami (or Lappish) languages, thus seemingly going back to
(14)
Finnish
arpa
, North Saami
vuorbi
‘lot, share, portion, destiny’ Proto-Finno-
‘inheritance’
(LägLoS s.v.
(15)
‘iron’ Proto-Finno-Saamic
Palaeo-Germanic
‘iron ore’ (LägLoS s.v.
Although the actual Iron Age did not begin until around 500 BC, single iron
artifacts appeared much earlier (Salo 1992; Hjärthner-Holdar 1993). Hence,
the Finno-Saamic word for ‘iron’ was most likely borrowed even before the
introduction of iron-working and the replacement of the inherited Germanic
‘iron’ (Kroonen 2013: 271). This being the case, the Palaeo- and Pre-
Germanic loanwords could roughly be dated to the Nordic Bronze Age (ca.
Finally, I must emphasize that there are also numerous Germanic loanwords
in Finnic, which could, at least in theory, belong to any of the strata mentioned
above. The most extreme example is the following:
‘beard’ Proto-Finnic
*barda-
beard
‘beard’ (LägLoS
s.v.
Actually, this word could not only belong to any early Germanic loanword
stratum, it could also be a borrowing from Baltic or Slavic, especially because
extra-linguistic (e.g. archaeological) evidence does not help us in the case of the
word for ‘beard’. Perhaps Slavic can be omitted in this case, since otherwise
body part names in Finnic are borrowed only from Germanic (Hofstra 1985:
297) and Baltic (Vaba 2011: 756); once again a fact that shows how intensive
As mentioned earlier, the Germanic loanwords in Late Proto-Finnic were far
more numerous than those in Middle Proto-Finnic, to say nothing of those in Early
Proto-Finnic. In other words, Germanic was in gradually intensifying contact with
Finnic, which makes sense because nautical technology was being developed during
this period, too. The fact that there are several hundreds of Germanic loanwords in
Late Proto-Finnic has been universally accepted since Thomsen, whereas the idea
that there are around a hundred Germanic loanwords in Middle Proto-Finnic is
On the other hand, I must also realistically admit that the Germanic loanwords
in Finnic are of more interest to Fennicists than to Germanic scholars. In other
words, one cannot simply study any Finnic language without spotting its Germanic
loanwords, whereas one can make a career out of researching Germanic languages
without noticing a single Finnic word borrowed from Germanic. As soon as one aims
to locate Proto-Germanic, however, it is much easier when we know its neighbours
(cf. Kuz’menko 2011); furthermore Germanic loanwords in Finnic are our best
In any case, Germanic-Finnic loanword studies will always be much more
Finnish word stems are early Germanic loanwords, even including the second
most frequent Finnish word
‘and’ (LägLoS s.v.
). The value of these loan
words for prehistoric research has been acknowledged from the very beginning
(cf. already Ahlqvist 1871). Although Finnish and Estonian did not become
literary languages until the 16th century, their old Germanic loanwords confirm
that Finnish in particular has changed very little from the Early Runic period
At present, there is a generational shift in Germanic-Finnic loanword studies.
The generation born in the 30s and 40s long remained in charge, but now most
have passed away (e.g. Katz, Koivulehto, Nikkilä, and Ritter), and only a few
remain active (e.g. Hahmo and Hofstra). While the following generation was
I would like to thank Mikko Bentlin, Santeri Palviainen and Johan Schalin for
Ahlqvist, A. 1871.
De vestfinska språkens kulturord: Ett linguistiskt bidrag till finnarnes
äldre kulturhistoria
Aikio, A. 2006. On Germanic-Saami Contacts and Saami Prehistory.
Journal de la
Aikio, A. 2012. On Finnic Long Vowels, Samoyed Vowel Sequences, and Proto-Uralic
Granberg, A. 2010. Gotiska och tidiga germanska lånord i fornkyrkoslaviska. In M.
& P. Kallio (eds.),
A Linguistic Map of Prehistoric Northern Europe
, 225-238.
Kallio, P. 2012c. Jälkitavujen diftongit kantasuomessa.
Karsten, T. E. 1915.
Germanisch-finnische Lehnwortstudien: Ein Beitrag zu der ältesten
Sprach- und Kulturgeschichte der Germanen
Schmid, W.P. 1986. Alteuropa und das Germanische. In H. Beck (ed.),
Germanenprob-
, 155-167. Berlin: de Gruyter.
Schrijver, P. 2014.
. New
York: Routledge.
Grundfragen der Umlautphonemisierung: Eine strukturelle Analyse des
nordgermanischen
i/j
-Umlauts unter Berücksichtigung der älteren Runeinschriften
Berlin: de Gruyter.
Schumacher, S. 2007. Die Deutschen und die Nachbarstämme: Lexikalische und struk
turelle Sprachkontaktphänomene entlang der keltisch-germanischen Übergangszone.
In H. Hablitzel & D. Stifter (eds.),
Johann Kaspar Zeuß im kultur- und sprachwis
senschaftlichen Kontext (19. bis 21. Jahrhundert)
, 167-207. Wien: Praesens.
Jürgen Udolph
BALTISCH, SLAVISCH, GERMANISCH – KONTAKTE UND
BEZIEHUNGEN AUS DER SICHT DER ONOMASTIK
Die von mir seit Jahrzehnten unternommenen Untersuchungen zu Orts-, Flur- und Gewässernamen
sind die Grundlagen für die Frage, wie die Kontakte zwischen dem Baltischen, Slavischen und
Germanischen zu beurteilen sind. Es lassen sich die folgenden Aussagen machen:
1.
Das Baltische ist seit langer Zeit als Sprachgruppe ohne größere geographische Veränderungen
Das Slavische entstand am Nordhang der Karpaten.
Das Germanische hatte seinen Kern in Nord- und Mitteldeutschland; entscheidend dafür war
auch gute Ackerböden nördlich der deutschen Mittelgebirge.
Es gibt Gewässernamen, die nur in dem Bereich dieser drei Sprachgruppen zu finden sind.
5.
Das Keltische spielte dabei keine Rolle; seine Heimat dürfte im Westalpengebiet gelegen
6.
Alle genannten Sprachfamilien entstanden aus einem indogermanischen Dialektgebiet heraus;
Spuren dieser Vorstufe finden sich in der Alteuropäischen Hydronymie.
Es ist keine Erkenntnis der Neuzeit, dass die Untersuchung der geographischen
Namen wichtige Aufschlüsse für die Vor- und Frühgeschichte Europas erbrin
gen kann. Bekannt ist eine Aussage von J. Grimm (1845: 5; 1871: 297) über die
Bedeutung der Namen: “Es gibt ein lebendigeres Zeugnis über die Völker, als
Knochen, Waffen und Gräber, und das sind ihre Sprachen … Ohne die Eigenna
versiegt sein, ja die ältesten Zeugnisse, die wir überhaupt für diese aufzuweisen
2. Slavisch-baltisch-germanische Übereinstimmungen (einleitende Bemer-
Die nähere Verwandtschaft des Baltischen, Slavischen und Germanischen innerhalb
der indogermanischen Sprachen ist immer wieder diskutiert worden. Auf Grund
Kasus”,
der Zahlwörter für “1000”, “11” und “12” und der Ausbildung einer doppelten
Adjektivflexion waren bereits J. Grimm dem “Germanischen nächstverwandt
... das Baltische und Slavische. Er griff damit eine These von Caspar Zeuss auf,
die dann von August Schleicher weiter ausgebaut, doch von der Mehrheit der
Indoeuropäisten schließlich verworfen werden sollte” (Lötzsch 1985: 706). Eine
wertvolle, zusammenfassende Darstellung des Problemkreises verdanken wir
P.U. Dini (2005c).
Von besonderer Bedeutung aber ist die Frage, ob sich Gemeinsamkeiten
zwischen den drei Sprachgruppen auch in der Toponymie finden lassen, denn in
diesem Fall wäre es möglich, auch ungefähr den Raum abgrenzen zu können,
in dem die Kontakte oder die gemeinsame Zwischenstufe nach einer Ablösung
erheblich angewachsenen Material eine Bestätigung oder Überprüfung der The
sen E. Förstemanns gelingt. Bevor man aber zu der Frage kommen kann, ob es
Gemeinsamkeiten zwischen dem Baltischen, Slavischen und Germanischen gibt,
Karte 1: Verbreitung baltischer Gewässernamen (Schmid 1976: 15 nach M. Gimbutas,
The Balts
Im Wesentlichen sind es slavische Stämme, die das Baltische von Osten, Süden
und Südwesten aus assimiliert haben, deutlich erkennbar in Teilen Nordwestruss
lands, in Weißrussland und in Nordostpolen. Aus hydronymischer Sicht ist dabei
eine Verbreitungskarte von Gewässernamen interessant, die nach Meinung von
Karte 2: Von J. Rozwadowski (1948) behandelte “slavische Gewässernamen”
sprachlicher, indogermanischer Herkunft ist (Krahe 1949-1965, 1964; Schmid
sernamen in Europa besitzt das Baltische eine Sonderstellung, die W.P. Schmid
es innerhalb der Alteuropäischen Hydronymie nur im Baltikum Gewässernamen,
Berücksichtigung aller alten historischen und geographischen Quellen”. Was die
ausführlich samt Kartierung der Namen behandelt in Udolph (1979). Hier nur
bestandes aus einer voreinzelsprachlich-indogermanisch-alteuropäischen Schicht
erkennen lassen (Udolph 1997, 1998). Zur zweiten Gruppe gehören Namen mit
altertümlichen Suffixen wie
yn´/-ynja, -yčь
Bagva, Bečva, Branew/Bronew/Brnew, Bukva, Hoczew,
‘Sumpf, Morast’ in geographischen Namen (aus: Udolph 1979: 78)
mała Pądew
malapane, mątew/mątwa, meglew
werden sollten. Ich meine die Bodenforschung und Agrarwissenschaft – und hier
speziell die Verbreitung der besten Böden, die zumeist auch Lössböden sind.
500 n. Chr. lassen sich innerhalb des Germanischen bereits deutliche Unterschiede
Anhalt und in Teilen Thüringens aus einem gut erkennbaren indogermanischen
Von besonderer Bedeutung ist weiterhin eine auf die ersten Tage der Indo
germanistik zurückgehende Beobachtung, dass innerhalb der indogermanischen
Sprachen und hier besonders im Germanischen im Wurzel- und Stammauslaut bei
ein Wechsel zu beobachten ist (Auflis
tung der Literatur bei Udolph 1994: 50f.), der auch in den geographischen Namen
nachgewiesen werden kann (Udolph 1994: 50-118). Nur auf diesem Weg kann das
Bardowik
Die auffällige Verbreitung mit einer Lücke in Norddeutschland hat eine Entspre
Karte 6: Ortsnamen mit dem Suffix
Karte 7: Verbreitung von
in geographischen Namen (nach Bischoff 1975, Beilage)
wie auch für die den kontinentalgermanischen Raum mit Skandinavien verbindenden
Suffixe und Wörter eine gemeinsame geographische Basis zu finden. Ich habe diese
zu beschreiben versucht (Udolph 1994: 925ff.) und füge dem heute eine Kartierung
sche angesprochen – ein weiteres, wichtiges Argument, das von Historikern und
Agrarwissenschaftlern durchaus immer wieder herangezogen wird: ich meine die
Bodengüte, die Bodenarten. Kartierungen, z.B. der Bodenarten in Niedersachsen,
Karte 8: Aufgrund von altertümlichen germanischen Ortsnamentypen anzunehmendes ältestes
gesprochenen altertümlichen germanischen Namen und deren Verbreitung. Ich
habe dazu eine Karte Niedersachsens ausgewählt, die die Ertragsmesszahlen des
In der Quelle, aus der diese Kartierung stammt, heißt es noch erläuternd: “Nur
1.
Entnommen aus: http://www.nls.niedersachsen.de/Tabellen/Landwirtschaft/inter
Karte 9: Ertragsmesszahlen (Niedersachsen) (Quelle: s. Anm. 1)

Wir können daher dieselben Schlussfolgerungen wie schon bei der Diskussion
um die slavische Heimat ziehen: Es ist klar erkennbar, dass sich die Verbreitung
der besten Böden Mittel- und Norddeutschlands mit den altgermanischen Ge
wässer- und Ortsnamen übereinstimmt. Es ist bekannt, dass die Börden (Soester
Börde, Calenberger Lössbörde, Hildesheimer Börde, Magdeburger Börde) im
Quelle: Udolph 2004a: 167.
Quelle: http://www.nls.niedersachsen.de/Tabellen/
besitzen, die zu den besten Böden Deutschlands gehören. Jeder Landwirt weiß,
was es bedeutet, wenn von 80 und mehr Bodenpunkten gesprochen wird. Wie ich
Boden im Allgemeinen zu guten und besseren Ernten als schlechtere Böden. Die
Folge ist eine geringere Kindersterblichkeit und eine höhere Lebenserwartung.
Abwanderung und Ausbreitung der Sprache der Sprecher dieser Region führt.
Aufsehenerregende Funde wie die in der Lichtensteinhöhle bei Osterode und
die Erkenntnis, dass die dort vor 3.000 Jahren lebenden Menschen noch heute
Nachkommen in diesem Raum haben (nachgewiesen durch DNA-Analysen;
aufgegriffen und aus onomastischer Sicht behandelt und vor allem unter Einbe
ziehung der vorgermanischen Gewässernamen
Rhume, Sieber, Oder
ergänzt von Udolph 2009a), zeigen, dass von einer Siedlungskontinuität im
die vor allem im Süden des Landes – hier vor allem wichtig: der Südwesten des
dazu in mehreren wichtigen Beiträgen geäußert (Schmid 1994: 334-346, 347-
Wie gesagt, fasse ich mich kurz. Die Übereinstimmungen zwischen dem Balti
schen und dem Germanischen können nicht angezweifelt werden; im Gegenteil: die
Untersuchung der Ortsnamen Niedersachsens und Westfalens (
Niedersächsisches
Ortsnamenbuch; Westfälisches Ortsnamenbuch
) fördert immer wieder weitere
Übereinstimmungen zu Tage. Die vielleicht auffälligsten Übereinstimmungen
Fluss in Hannover,
(Varianten
Eymenis, Eimenys
) und lit.
eimenà, -õs, eǫmenas
‘das Fließ,
der Bach’ (Ohainski/Udolph 1998: 230ff.).
ab und schließt mit einem Satz, der vor allem unter Berufung auf Pohl (1972)
und W.P. Schmid (1994: 211-215) nach meiner Einschätzung den Sachverhalt
korrekt umschreibt: “Danach stellt sich die sog. ‘balto-slaw. Einheit’ als ein
Problem im Rahmen der Areallinguistik … dar, wobei die Übereinstimmungen
auf ein gemeinsames, von einem nördlichen Urindogermanischen herrührendes
Erbe zurückgeführt werden. Dahingegen werden alle anderen Berührungspunkte
als das Ergebnis teils paralleler Entwicklung, teils in Nachbarschaftsbeziehungen
-uv-, -iuv-
(i)uvė, -(i)uvis
besitzen. Aus der Fülle der Namen hier nur eine kleine
Daug-uva, Lank-uvà, Alg-uvà, Áun-uva, Gárd-uva, Lat-uvà, Mìt-uva,
ring-uvà, týt-uva, Vad-uvà, Várd-uva, Gil-ùvė, audr-uvìs, med-uvìs, Dìt-uva.
Was
liegt näher, als in diesen z.T. einzelsprachlichen, z.T. alteuropäischen Bildungen
dieselben Bildungsmittel wie in den slavischen Typen auf
-y, -va
-ъva, *-uva
bzw.
*-ьva, *-
Karte 11: Slavische oder slavisch beeinflusste
*-ū-, -ъve-
Bildungen in der osteuropäischen
Die Beziehungen zwischen dem Slavischen und dem Germanischen sind seit
Jahrzehnten Gegenstand der Forschung. Ich habe mich bemüht, in einem Über
blicksartikel (Udolph 2005c) Geschichte und Stand der Diskussion zu umreißen.
Schon früh kam man zumeist zu der Erkenntnis, dass es angesichts der alten
Kontakte zwischen dem sich entwickelnden Germanischen und Baltischen im
Gegensatz dazu zwischen dem Germanischen und Slavischen erst nach unabhän
giger Entwicklung zu Kontakten gekommen ist. Allerdings sind diese dann über
Jahrhunderte hinweg niemals abgerissen, was vor allem für das Westslavische
zutrifft. Aus sprachlicher Sicht lassen sich germanisch-slavische Berührungen
in erster Linie im Wortschatz (ich übergehe in diesem Punkt die Einzelheiten)
und vor allem im Namenbestand nachweisen. Eine immer wieder angesprochene
Frage ist die nach gotischen oder germanischen Relikten im unteren Weichselge
‘Holzlagerplatz, Stapelplatz an einer Wasserverbindung, Fährstelle, Hafen’
*hūth- < *hunþ- ~
‘Ende eines tief in
‘enge, winkelförmige Bucht’,
sich aber auch um sprachliche Gemeinsamkeiten handeln, die – vielleicht mit
abgelaufen’, niederdeutsch dial.
‘Flussrinne, Arm eines größeren Flusses,
tiefe Rinne zwischen Sandbänken an der Küste’, mittelniederdeutsch
balge, ballige
Ortsname und Name eines Teils des Frischen
Haffs;
Wichtig sind dessen Vorkommen in geographischen Namen und deren Streu
Delf, Dilf, Delft
und Ableitungen in deutschen, belgischen und niederlän
heute Stecknitz bzw.
Elbe-Lübeck-Kanal, Anfang 9. Jh.
(Ortsname), um 1075
in fluvium
Delvundam; Delventhal;
Nebenfluss der Innerste;
in der Rhön, seit
Tulba(m), Dulba;
Kingesdelf; Delves
lbi, Dulbis, Dilbės km.;
Gewässername
bei Krakau;
Ortsname in Böhmen;
finden wir u.a. in
(Kr. Hameln-Pyrmont),
1022 (Fälschung 1. bzw. 2. Hälfte 12. Jh.)
Tiuguste, Thiuguste,
Tust,
-st-
Suffix gebildet;
Tuchtfeld
bei Bodenwerder, 8./9. Jh. (Kopie Anf. 12. Jh.)
Tuffelde,
Tugfelde
Die Kartierung der Namen (Karte 14) zeigt, dass die
*pel-, *pel-t-
Man ist sich einig, dass eine Erweiterung einer Wurzel
per-
‘sprühen, spritzen’
vorliegt. Von einer baltisch-slavisch-germanischen Eigentümlichkeit kann daher
vom appellativischen Standpunkt aus nicht gesprochen werden. Das Bild verändert
in Gewässer- und Ortsnamen
Die Namen zeigen, dass drei Ablautstufen (
) als Grundlage
dienten, dass also eine voreinzelsprachliche Basis anzunehmen ist. Sie zeigen
aber auch in ihrer Verbreitung (Karte 15), dass nur ein bestimmter Bereich Eu
ropas daran Anteil hat, im Wesentlichen der Raum, in dem die Entfaltung des
zu erkennen, dass – bezogen auf das Germanische – die kontinentalgermanischen
Gewässernamen starke Verbindungen zum Osten Europas besitzen.
Karte 16: Baltisch-slavisch-germanische Gemeinsamkeiten in der Toponymie (Synoptische
des Skandinavischen – die germanische und deutsche Hydronymie in besonderer
Man darf es nach meiner Meinung aufgrund der geographischen Namen, die
dass der Westalpenraum als mutmaßliches Ausgangsgebiet keltischer Expansion
Karte 17: Schematische Darstellung der Kernbereiche und Expansionen des Slavischen, Germa
den Gewässer- und Ortsnamen von einer Periode zu sprechen, in die sich drei
Greule, A. 2014.
Berlin & Boston: De Gruyter.
Kleinere Schriften,
Bd. 5. Berlin: Dümmler.
schichte Osteuropas
Udolph, J. 1982b: Südslavische Appellativa in nordslavischen Namen und ihre Bedeu
tung für die Urheimat der Slaven. In
Proceedings of the Thirteenth International
Congress of Onomastic Scien
Vol.
Warszawa
und leben der frühmittelalterlichen slaven. radoslav Katičić zum 80. Geburtstag
GOTHIC CONTACT WITH GREEK
LOAN TRANSLATIONS AND A TRANSLATION PROBLEM
texts represent the Gothic biblical language fairly well. Because of this situation,
it cannot be stressed enough that biblical Gothic is the only Gothic we know. It
is obvious that so-called Crimean Gothic was a Germanic language, but equally
obvious that it is not the same language as biblical Gothic. If some conclusions
At the symposium, my presentation had the title “Gothic Contact with Greek (and
Latin)”. The Greek part, the content of the present paper, is a discussion of Greek
influences on biblical Gothic; whereas the Latin part was a discussion of the so-
Gotica Parisina
. Due to their different content, it was decided to present
the material presented at the symposium in two separate papers, the second one
(Snædal 2015) containing the discussion of the
we can assume that, as Christianity spread and rooted itself among the Goths,
various features from the biblical language became part of everyday speech as
well. This would, in particular, have applied to single words and phrases, and
probably also to some names that were originally Hebrew but entered Gothic
in their Greek form. Several place names of Greek origin also became part of
For a long time, the Goths lived on the Balkan Peninsula in the neighbourhood
of the Greeks, but we know nothing about how the two peoples communicated in
transcription
‘Macedonia’ is not transliterated as
. Instead, we have the following
Codex Ambrosianus A
Codex Ambrosianus. B

Sg.A. Makaidonja (2), Makidonja (2)


in the second syllable in codex A could be remnants of older




(Luke 2:19) could be a mistake or error for
forms (as in the first column) and less adapted forms (as in the second column)
It is obvious that the translation of the Greek text required a considerable
a phrase may be translated by a compound (see examples in section 2). The
present paper is mainly concerned with examples of the latter type, but some of
the examples require closer examination. We do not have access to the Greek
manuscripts on which Wulfila’s translation is based. The Gothic translation is the
accept. Apparent deviations from other known Greek texts are not necessarily a
Gothic eccentricity; rather, they should be taken as indications of what the Greek
“Vorlage” may have looked like. (This problem is dealt with in Snædal 2013a.)
Loans from Greek and Latin should also be mentioned, but they are not very
numerous. When foreign names (333) are disregarded, the Gothic corpus con
tains 3,204 lexemes. The number of loanwords and derivatives from loanwords
All unattested forms of attested lexemes carry an asterisk behind them.
Audagai […] þai hrainjahairtans ‘Happy the clean-hearted’
Μακάριοι
κα∧αροὶ
καρδία
It is fairly obvious that the translator does not strictly follow the original, in the
sense of the wording of the quotation corresponding literally to that of the trans
lated text. A literal translation would be
audagai þai hrainjans hairtin
‘Happy
the clean [in] heart’. This can be compared to Luke 6:20:
πτωχοί
Now,
was not used, but rather a compound adjective,
. Possibly, this adjective has a model in the Greek adjective
κα∧αροκάρδιος
‘clean-hearted’.
Graecae (TLG), the first known occurrence of this adjective is in a work by Theo
doros Studites who lived from 759 to 826 (cf. also
Lexikon zur byzantinischen
:726). The word is not found in Liddell and Scott’s Greek lexicon
). The same applies to several other words in the passage that deals with the
question of who will be allowed to enter Paradise. Two editions of the text are
included in the TLG; the one quoted here is Cozza-Luzi (1888: 149); the other
ΛΟΓΟΣ
‘discourse
Καύσωνα
φεύγειν
κακῆς
‘avoid
A second occurrence, much younger and possibly from the 15th/16th century, is
found in Panagiotakis (2004, line 4858). It is formally deviant in that the latter
καρδος,
κα∧ιεῖται
καὶ
προσκαλέσεται
καὶ
κατατάξει
δικαίων.
εὐκατανύκτους,
…Then a day will come when God steps down from the throne of his glory, along with the holy angels,
among the righteous. But whom? The
(5) Ἐλᾶτε
κα∧αρόκαρδοι
καὶ

‘Come on (you) clean-hearted and affectionate children’
-
κα∧αροκάρδιος
them,
-
βουκαρδία
σκληροκαρδία
harduhairtei
* (Mark 10:5), derived from the (unattested) adjective
*hardu
hairts
which
is
probably
loan
translation
of
the
Greek
adjective
σκληροκάρδιος.
This word does not occur in the New Testament but is found fairly often in other
Christian literature found in the TLG. There are some more compounds formed
κα∧αροκάρδιοι
“Vorlage”.
κα∧αροκάρδιος,
than the text in Skeireins 6:4. Nevertheless, the wording of the Greek original
3.
appear to be West Germanic remnants of
the formation in question. On the other hand, OHG
reinherzi
and OIcl.
hreinhjartaðr
are derived with suffixes and, therefore, not directly comparable. Interestingly, the
remaining bahuvrihi adjectives in Gothic are all loan translations (except perhaps
ubilwaurds
‘σύμψυχος;
(titus
lausawaurds*
vain-talker’ (Titus 1:10).
Μακάριοι
κα∧αροκάρδιοι,
not preserved in Gothic, only the shorter version in Luke 6:20-23 is. Of course,
Testament. On the other hand, it may be considered likely that the original of
variant
κα∧αροκάρδιοι),
took the quotation from memory.
Let us assume, then, that the author, Theodorus Heracleensis, quoted from me
mory; sometimes memory is reliable, sometimes it is not. The translator observes
correspond exactly to the Gothic text of the New Testament, but he knows that
Greek manuscripts contain variants, so he decides to translate the quotations as
they stand, which is the most natural thing to do (as the author could have taken
them from an unknown manuscript). Various minor deviations in the Skeireins
quotations from the text of the Codex Argenteus could indicate that the translator
did not always find it necessary to check the wording of the gospel text if the
As an example, we may consider a quotation from Matthew 3:11 found in
Skeireins 3:4. This passage is lost from the Codex Argenteus. In (7a), the Byzan
tine Greek text (Robinson & Pierpont 2005) is given with a reconstructed Gothic
translation in (7b). In (7c) the “Vorlage” of the Skeireins has been reconstructed,
(7) a [mt
3:11←
βαπτίζω ὑμᾶς ἐν ὕδατι
εἰς μετάνοιαν
οὐκ εἰμὶ ἱκανὸς τὰ ὑποδήματα βαστάσαι
[Rec] Aþþan ik
daupja izwis in watin in idreiga
, iþ sa afar mis gagganda
swinþoza mis ist, þizei ni im wairþs

‘I indeed do baptize you with water to reformation, but he who after me is
coming is mightier than I, of whom I am not worthy to bear the sandals,
he shall baptize you with the Holy Spirit.’ (
Young’s Literal Translation
c [rec←
ἐν ὕδατι ὑμᾶς βαπτίζω
Aland and Aland (1989: 179-180) discuss some problems connected with the com
mentaries, for example, the question of quotations from memory. Indirect quotations
ἱκανὸς
τὸν ἱμάντα τῶν ὑποδημάτων
[Sk 3:4] Aþþan ik
: iþ sa afar mis gagganda. swinþoza
andbindau skaudaraip skohis

‘I indeed baptize you with water, but he who after me is coming, is mightier
than I, of whom I am not worthy, having stooped down, that I unbind the
ded to translate the Greek text in (7a) “freely” with the Gothic text found in (7d).
The Gothic translation being of the literal kind, in the case discussed at the
beginning of this section, one might perhaps expect the literal rendering men
þai hrainjans hairtin
. Now, the adjectival form
could have grown out of the literal rendering through the errors and corrections
of one or more copyists. This could even have happened in the biblical text used
by the translator of the Skeireins. But that is less likely as the translator appears to
have followed the original as far as the quotations are concerned, even when the
original differed from the biblical text. It should be noticed that the corrector of
survived in so-called catena manuscripts. Quotations consisting of one to three
verses hardly occur in Theodor’s text but are the rule in the Skeireins. Actually,
(no. 402; Fatouros 1992: 558, cf. TLG and
to
divine,
which is found in the following texts in the TLG:
a Στρατων
Anthologia Graeca
, epigr. 196

Athanasius Alexandrinus 4th century; in nativitatem praecursoris

c
Cyrillus Alexandrinus 376-444; Encomium in sanctam Mariam deiparam

d
(12)
οἱ
καλλιεπῆ
καὶ
ἐπέχοντες

Here, the loan translations may indicate that the translator wanted his translation
exactly what Greek concept is being translated. Four more examples that are
likely to be loan translations from Greek are given in (16)-(19). Notice the sound
γηγενής
κα∧αροκάρδιος
Finally, there are two examples that could have been formed on the basis of a
the
first
instance
Friedrichsen
used
τροφή
‘nourishment,
in
the
reconstructed text, but that word is usually translated into Gothic as
fodeins
Therefore, it is probable that
does not translate the same word be
cause
differs
Probably,
common’.
alamannam
, and I translated the Gothic phrase into Icelandic as
meðal alls
‘among the whole general public’. (The translation is a part of the
Skeireins-Projekt
Finally, although not related to the Skeireins, I wish to point out that, possibly,
gumakunds
‘∧ῆλυς;
ἀρσενογενής
∧ηλυγενής.
These adjectives are not found in the Greek New Testament, and they are rare,
especially the first one. The Gothic neuter nouns
are also used
∧ῆλυς.
had the meaning ‘male
being’ and ‘female being’, respectively, for example, as in Mark 10:6. Streitberg
(2000, in his ‘Wörterbuch’) translates the former as ‘Männchen’ but the latter as
‘Frauenzimmer,
Weibsleute’
in
timothy
3:6,
where
the
Greek
reads
γυναικάρια
4. Difficult biblical concepts
Presumably, the Goths were occasionally astonished by some of the biblical ideas
they came across. These ideas are, for the most part, more Jewish than Greek,
but a certain Greek influence made itself felt already in early Christianity. Some
times, when it might have struck the ordinary Goth as particularly shocking, it
looks as though the translator tried to evade a translation that would appear to
provided a model, not least for the formation of compound words. Many such
words in biblical Gothic are possibly, probably, or definitely loan translations
from Greek. The discussion also shows that Wulfila (and other translators) knew
Greek fairly well, even though the Gothic versions are not free from errors and
Almost the entire Gothic corpus consists of translations from Greek. As a rule,
Akademie-Verlag (Texte und Untersuchungen zur Geschichte der altchristlichen
Riedinger, Rudolf. 1989.
Pseudo-Kaisarios. Die Erotapokriseis
. Berlin: Akademie-Verlag
Robinson, Maurice A. & Pierpont, William G. 2005.
The New Testament in the Original
Greek: Byzantine Textform
Schäferdiek, Knut. 1981. Die Fragmente der “Skeireins” und der Johanneskommentar
des Theodor von Herakleia.
Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Li
110.175-193.
Skeireins-Projekt
Gotisch-Projekte
GOTHIC CONTACT WITH LATIN
See my other paper in this volume (Snædal 2015: 75, fn. 1); there it is explained
why my presentation at the symposium has been divided into two papers. The or
nationale de France in Paris (Codex Parisinus Latinus 528). An attempt is made
in (1) below to reproduce the material from the manuscript (but see the picture
in Bischoff 1984, Streitberg 2000: 514-515 and Table 8; also Binnig 1999: 139-
140, Braune/Heidermanns 2004: 15, and Zironi 2005). First, it is shown that
four Greek digraphs are used to denote monophthongs. Then, six names from
the Gothic version of the genealogy in chapter 3 of Luke, verses 24 (×2) and 27-
30, plus the name
A few comments (see also Zironi’s [2005: 322-339] discussion of why exactly
these names were chosen but not some other names that occur in the genealogy
in CA but
in GP could indicate *
in the Gothic source;
interestingly, CB has
CA and GP: Neither this form nor Pron.
indicates that Go
transcribed with Latin ‹i› in Pron., indicating that their distinction was considered
CA and
GP: The ‹e› in the fourth syllable in GP,
where ‹ai› might be expected, is most likely due to accidental influence from the
Latin form. The ‹i› in the same syllable in CA must be seen as an error for ‹ai›.
apparently,
transcription cannot be ruled out. The ‹r› is not a peculiarity of the CA. The GP
shows that it was present in at least one other source. Here CB agrees with Vg.
CA and
GP: The ‹s› of the genitive has been dropped, most
likely under the influence of the Latin form (imitating the Greek). In the source
of GP this was, of course, written with ‹w›, as in CA, but here the Goths are
pronunciation
This pronunciation apparently influenced the scribe of CA when he wrote
(John 11:16) instead of the expected
of new information on Gothic pronunciation found in GP, provided by a ninth-
century Latin scribe having some acquaintance with Gothic texts. It raises the
nensis 795. The scribal error, ‹ao› for ‹au› (twice in
; Bischoff 1984:
257), is also interesting insofar as it indicates that the scribe knew that ‹u› held the
59
Petrounias
2007: 601-605). This could reflect a learned or ‘received pronunciation’, helping
to recognize Gothic ‹g› (
Wulfilian
genealogy.
in verse 24, CA has
, but most probably the source of GP had the form
Ïannins
in accordance with usual transcription practice. Obviously, the composer
of Gotica Vindobonensia understood that the Gothic ‹j› had the figure of Latin ‹g›.
referred to Falluomini (2006). On the Gotica Vindobonensia see Grimm (1828),
Ebbinghaus (1978), and, most recently, Falluomini (2010) for further references.
As Ebbinghaus (1997: 86) has pointed out, the distinctive trait of the two types
2.
Gutenbrunner (1950: 502) indirectly claims that Wulfila knew runes and was a skilful
“Runenmeister”. But for what purpose did he use them? Did he cut them into wood,
sound value of the letter. In any case, it is unnecessary to refer to Latin or to runes

[∧eːta← —
[∧← →

[joːta← —


[kapːa← —
[k← →

[laβða← —
[l← →

[myː← —
[m← →

[nyː← —
[n← →

[ksiː← —
[ks← →

[uː← —


[piː← —
[p← →

[kɔpːa← —
Ø →

oː← —
[r← →

[siɣma← —
[s← →
[s← —
[taʋ← —
[t← →

[y,


[�ː← —
[f← →

[xiː← —
[x← →

[psiː← —
[ps← →


[oː← —
[sampiː← —
Ø →
Ø —
1011),
ries in Thompson (1912: 193) or Harrauer (2010: 170). Is it just a coincidence
misunderstanding, a mistake, or an accident. One possibility is that this is a relic
Ebbinghaus (1979: 27 [2003: 94]) apparently accepts it. All this implies that when
it just a coincidence that the new shape became so similar to the Latin ‹g›? It is
according to the acrophonic principle – that the combinations /ks/ and /ps/ were
compared to
judaiwisks*
‘Jewish,
titus
skeireins
the Greek base had been adapted into Gothic, we would expect the spelling with
Gothic ‹j› is often claimed to be derived from runic (e.g. Gutenbrunner 1950: 504).
Some variants in the Gotica Vindobonensia undeniably resemble the runic ‹j›,
, on
the spearhead from Dahmsdorf (see Nedoma 2010: 17). Nevertheless, the Vindo
5.
Ebbinghaus (1979: 28 [2003: 95]) claims that it is found in “pap. London 413a 346,
than the Gothic reign in Italy (see Thompson 1912: 335). If it is, however, as
sumed that Wulfila’s ‹u› was from the beginning written with two strokes, the
praxis to leave it open at the bottom could just as well be an old Gothic scribal
convention, helping to keep it distinct from Wulfila’s ‹o›. That goes against the
quite small one. For some reason, this was not used by Wulfila. Similarly, the
rather,
there. In another papyrus in the British Library, 243, TM10065, from the same year
merged
Wulfila’s
6. Bennett
, “has been analyzed as the
labiovelar omicron O plus a mark denoting breath friction” while the descender of
, denotes “the frictionless front glide”. One asks if there is evidence that Wulfila
variants, but this is a mere supposition. The Gotica Vindobonensia is considered to
On the other hand, there is no need to refer to the runes, nor is it necessary to
Tübingen: Max Niemeyer Verlag.
Ebbinghaus, Ernst A. 1978. The Gotica of Codex Vindobonensis 795. In S.J. Kaplowitt (ed.),
, 93-102. Pittsburgh: K & S Enterprises.
Ebbinghaus, Ernst A. 1979. The Origin of Wulfila’s Alphabet.
General Linguistics
Ebbinghaus, Ernst A. 1997. Wulfila’s Script – Facts and Inferences.
General Linguistics
Ebbinghaus, Ernst A. 2003.
Kleine Schriften zur gotischen Philologie
gegeben von Piergiuseppe Scardigli und Wolfgang Meid. Innsbruck: Institut für
Sprachwissenschaft der Universität Innsbruck (Innsbrucker Beiträge zur Sprach
Falluomini, Carla. 2006. Kodikologische Bemerkungen über die Handschriften der
Falluomini, Carla. 2010. Zur Schrift der Gotica Vindobonensia.
Zeitschrift für deutsches
Gardthausen, Viktor E. 1913.
Die Schrift, Unterschriften und Chronologie im Altertum
. Zweite Auflage. Leipzig: Verlag von Veit &
LautSchriftSprache. Beiträge zur vergleichenden historischen Graphematik
124. Zürich: Chronos Verlag.
Rix, Helmut. 1976.
Historische Grammatik des Griechischen. Laut- und Formenlehre
Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.
Seebold, Elmar. 2010. Die gotischen Buchstabennamen mit einem Exkurs über die
DIE LANGOBARDISCHEN SPRACHRESTE IN ITALIEN
Die Langobarden haben – während ihrer Regierung Italiens (568-774) – viele Sprachspuren hin
terlassen, sowohl Superstratwörter in den italoromanischen Dialekten und in der Toponomastik
als auch Personennamen und Reliktwörter in lateinischen Texten. Alle diese Belege sind von
großem Interesse, denn sie stellen die einzigen Reste dieser germanischen Sprache dar. Anhand
Abkürzungen im Text: ER:
Origo Gentis
Langobardorum
(Waitz 1878);
110
überlebt haben. Ungefähr 300 Wörter sind bis jetzt bekannt, die hauptsächlich den
Bereichen der agrarischen und militärischen Welt, des Handwerks, des Rechts,
der Jagd und der Fischerei angehören und die kulturhistorisch sehr bedeutend und
Trotz der intensiven Forschung bleiben mehrere Fragen allerdings noch offen: die
ist (aus germ. *
‘springen’). Das Wort
lebt noch heute in den
Mundarten Zentralitaliens als
sbrinco
in der Bedeutung ‘lebendig, lebenskräftig,
aktiv’ fort (Falluomini 2010: 33), so dass seine Benutzung kein entscheidendes
Zeugnis für die Lebenskraft des Langobardischen als aktive Kommunikations
sprache darstellt. Dasselbe gilt für die Verwendung von Rechtsfachwörtern in
lateinischen Urkunden, die bis in das 12. Jh. reicht (s. u.a. Simbolotti 2012: 235-
Wie nicht anders zu erwarten, ist die indirekte Überlieferung der langobardischen
Wörter problematisch und die Rekonstruktion der ursprünglichen Formen nicht
einfach. Die meisten Dialektwörter langobardischen Ursprungs sind oft erst sehr
spät oder gar nicht schriftlich belegt, daher ist ihr Eintritt in das Frühitalienische
112
‘Trage, Bahre’ lang.
‘Trage,
Bahre’), das auf Grund des Wandels von germ. *
ein Langobardismus – trotz
Falls die 2. LV nicht vorhanden ist, können die geographische Verbreitung
und das semantische Feld der Superstratwörter von Bedeutung sein, um ein
Wort richtig zuweisen zu können (s. Mastrelli 1983). Es bleiben allerdings oft
‘Magen von Hühnchen, Vögeln’.
Dieses Wort ist mit unterschiedlichen italoromanischen Suffixen in mehreren
113
114
dischen eine konsonantische Entwicklung anzunehmen. Die erstere Form ist
schriftlich schon gegen Ende des 13. oder Anfang des 14. Jh.s in einem pisanischen
Text bezeugt (
), mit der Bedeutung ‘tauchen, eintauchen’ (deverbale
Ableitung: it.
tuffo
‘Tauchsprung’). Gut belegt ist auch die tosk. Variante
attuffare
‘tauchen, eintauchen’,
die heute nicht mehr gebraucht wird. In den norditalieni
schen Dialekten kommt die Form als
, mit der üblichen Vereinfachung der
Doppelkonsonanten, vor. Auch die Form
tufare
‘eintauchen’ ist zum ersten Mal
in einem pisanischen Text aus dem Ende des 13. Jh.s belegt (
). Heute
überlebt diese Form als Kompositum:
intufà(re)
115
sitznahme auf einem Grundstück aufgesteckt wurde’ (Rat. 14) und
(ON, Chiusi/Siena) und
(ON, Verbania),
zu finden; sämtliche Formen gehen auf die germanische Wurzel *
wīffa
schwingen’), mit regelmäßiger Wiedergabe von lang. *
Während die Verschiebung von germ. *
t
in allen Stellungen bei den italoroma
nischen Formen gut belegt ist (unverschoben bleibt *
Verbindungen *
, wie im Oberdeutschen), ist die Verschiebung von
nicht eindeutig bezeugt. Die italoromanischen Dialekte hatten keine
entsprechende Affrikata oder Frikativ und dementsprechend kein Graphem dafür.
Fraglich ist der Wandel im Anlaut. Eine Handschrift des ER (
Codex Gothanus
84, aus dem Ende des 10. Jh.s, wahrscheinlich aus Fulda, s. Francovich Onesti
‘Kämpfer’ statt des üblichen
116
kann man nicht ausschließen, dass die langobardischen Ausgangslaute unverscho
(bzw. *
stitutionsprozess könnte dieser Laut – genauso wie im Fall der gotischen Formen
Ricchifrida
Riccifrida
(s. oben) – durch /
/ wiedergegeben worden sein, z.B. in:
‘Bleiweiß’ lang. *
? lang. *
? ( germ. *
Es ist des Weiteren zu bemerken, dass die Aussprache /
auch in Wörtern belegt sind, die eine germanische Geminate (*-
117
dem 9.-10. Jh. belegt sind. Wie schon gesagt, sind die Schreibungen
kein sicheres Indiz für Verschiebung, die aber auch nicht ausgeschlossen
werden kann (s. van der Rhee 1976: 404; Francovich Onesti 1999: 51). Wie oben
gezeigt wurde, ist der Wandel des germ. *
nur im Inlaut nach Vokalen eindeutig.
In den anderen Fällen ist er möglich, aber nicht sicher.
Der Wandel von Medien zu Tenues ist in allen Stellungen im Wort belegt.
118
zaua ‘Zusammenrottung’
119
Università degli Studi di Torino
I-10124 Turin
Albano Leoni, F. 1983. Bilinguismo e coscienza del bilinguismo nell’Italia longobarda.
In F. Albano Leoni, D. Gambarara
cham�o ‘Kämpfer’
stucco ‘geformter Gips an Wänden
und Decken’
gauuerc
‘Ausrüstung’
geweorc
werc(h)
germ. Vok. + *-
= lang. Vok. + *-
Wacho
Waccho
‘wachsam, munter’,
Pescia, (Alto)pascio ON lang. *pahhi ‘Bach’ (
Teuderisci
vornehm’ germ.
reikeis
Arcamone, M.G. 1984. I Germani d’Italia: lingue e ‘documenti’ linguistici. In G. Pu
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(http:// tlio.ovi.cnr.it).
van der Rhee, F. 1970.
WHAT IS VISIGOTHIC AND WHAT IS FRANKISH
IN MEDIEVAL AND LATER SPANISH?
Three main questions are dealt with in this article. First, to what extent did Germanic tribes (i.e.
Visigoths and Franks) influence the Spanish language; second, how can Gothic and Frankish
loanwords be distinguished; and third, how and why did the Romanised Visigoths bring Gothic
It is not easy to differentiate one Germanic influence from another in the history
of the Spanish vocabulary (nor in that of other western Romance languages), cf.
Söhrman 2010. In his monumental work Adams (2003: 274) refrains from iden
principio de la lengua castellana ó romance que oi se usa en España
that a word like
was Gothic, although it is in fact of Latin origin, as
, 972, Del lat.
‘fuerte, reducto’ diminutivo de
‘campamento, fortificado’,
Literally: ‘Of the origin and beginning of the Castilian or Romance language that
languages and the role played by Gothic in the development of Iberian Romance
make it hard to use any other criterion than the second one suggested by Penny
vide supra
): to look for Germanicisms that are observed only in the peninsula and
occasionally in southern France and which may therefore be considered Gothic
In several instances Gothic words are attested, but owing to our scant know
ledge of the Gothic vocabulary, mainly based on a translation of parts of the
New Testament, there is always room for speculation concerning the so-called
problem, i.e. the use of non-idiomatic words and constructions
due to the structure of the source language (in this case Greek), which may have
“contaminated” the extant Gothic texts. How many morphological and syntacti
cal borrowings are there? Since there is very little to compare with, we simply
do not know. Another intriguing circumstance is that Gothic was also written in
under Merovingian rule, the Franks forced the Visigoths out of south-western
Gaul into the Iberian Peninsula, which the Visigoths conquered during the reign
of Leovigild in the first half of the 6th century, subsequently expelling the Swa
bians from their territory in the north-west of the peninsula (i.e. Galicia and its
neighbouring regions) and forcing the Vandals to move to Africa. These peoples
engaged partly in peaceful, partly in belligerent contact with one another. This
leads to the question which languages were spoken in the peninsula and by whom,
and what idiom the Visigoths themselves used at the time.
The language spoken by the vast majority of peoples in south-western Europe was
borrowings found only in the peninsula and Southern France
To some extent, we observe that surviving lexical items of Gothic provenance
are restricted to specific semantic fields such as weaponry, armour and food,
all representing new discoveries or notions. There is only a fairly limited num
ber of other Gothic (Got.) lexical borrowings into the regional Latin-Romance
vocabulary that was to develop into Spanish. Many of these are found also in
Portuguese (Port.), Gascon (Gsc.), Catalan (Cat.) and Occitan (Occ.), as indicated
‘to receive as a friend’ OSp.
‘placer en compañía’ (cf.
‘companion’ Got. *
‘compañero’
‘harangue’ *
differences, and one is often forced to speculate on what can be deduced from
attested words and what can be argued on the basis of our limited knowledge
of Frankish and even lesser known Germanic languages. There is always a risk
impulses from other languages and why this happened. Another interesting question
Language and History in the Early Germanic World
New York: Cambridge University Press.
Heather, P. 1996.
Maurer, F. 1943.
Nordgermanen und Alemannen. Studien zur germanischen und früh
deutschen Sprachgeschichte, Stammes- und Volkskunde
. Strassburg: Hünenburg.
Nielsen, H.F. 1979.
De germanske sprog
Schrift für eine weitere Sprachgruppe vor, die dann nördlich der Alpen zu einem
Karte der im Text mit einer Nummer angegebenen Orte.
Durchmesser. Der Zahn ist wahrscheinlich während Unterwasser-Kampagnen der
1950/60er Jahre im Hafen von Fos-sur-mer/
(Karte, Nr. 8), welcher ein Zubringer für die Stadt Arles/
Arelate
war (Karte, Nr.
Abb. 1: Stosszahn eines Wildschweins mit Inschrift aus Istres
senkrechte Hasten aufweisen, die Textgrenzen markieren, finden sich in räti
schen Inschriften (Ziegaus & Rix 1998: 298). Für die Buchstabenfolge wird eine
asyndetische Verbindung zweier Götternamen im Dativ Singular vorgeschlagen:
Stamm mit Dativ
Toranis
. Sprachlich und kulturell wird die Inschrift als keltisch bestimmt. Wegen des
Eine
reaktivierung
kann ohne weiteres akzeptiert werden. Sie hat
7. Jh./Anfang des 6. Jh. datiert wird und den ältesten Beleg für transalpinen
,
wohl einer Abkürzung
(Verger 1999 und 2001 und Markey
einfachte Schriftvariante oder als Verwechslung zweier Buchstaben aufgrund
eben der Existenz unterschiedlicher Alphabetanfänge im Zuge der Reform “

angeführt werden, nämlich das der Siedlung auf dem Hochplateau der Gurina in
&#xhttp;&#x://g;&#xurin; .de;&#xllac;&#xh.at;Kärnten (http://gurina.dellach.at und Karte, Nr.
Weihung an Aesus (Dativ
Faiss 2010: 36). Im Lepontischen sind fast keine Verben belegt, aber gerade für
das Wortfeld ‘weihen’ können immerhin
Abb. 3: Tellerfragment mit Inschrift aus Bergères-les-Vertus
zur Fundzeit im 19. Jahrhundert schließlich beiseite gelegt worden, da die In
schrift nicht eingeordnet werden konnte. Datiert wird sie in die zweite Hälfte des
gabelförmiges
auf dem Kopf stehendes” Psi /
/, der 26. Buchstabe des
1. einen unvollständigen Buchstaben, von dem zwei einen Winkel bildende
Hasten erhalten sind, die obere, kürzere, diagonal nach unten laufend, die un
tere, längere, diagonal nach oben laufend. Ein solcher Buchstabe könnte in der
Tat, wie vorgeschlagen, zu einem eckigen lepontischen
zu ergänzen sein.
Genauso gut kommt aber auch ein
infrage, besonders weil der Winkel nicht
”, Morandi 2004a:
524 [Text] und 782, Tafel V, 10 [Photographie]; 526 [Text] und 525, Abb. 12
[Zeichnung] und 782, Tafel 12 [Photographie]). Wie schon bemerkt, entspricht
der rechte Teil des Buchstabens dem erhaltenen Rest des ersten Buchstabens.
5. Der Buchstabe hat die Form einer langen von links oben nach rechts unten
laufenden Diagonalen, an die rechts auf halber Höhe ein nach oben weisender
2. Das Ypsilon hat nun seine normale Form V.
Sicher ist auf jeden Fall, dass dieses Fragment einen wichtigen neuen Beleg
Inschrift genauer zu bestimmen: “Un test de prospection géophysique, entrepris
en septembre 2011 à l’emplacement du site de ‘Montagnesson’ à Bergères-les-
Vertus (Marne), a permis d’identifier le groupe funéraire dont provient le tesson
de céramique à inscription en caractères lépontiques découvert en 1868. Une
importante nécropole celtique à enclos associés à de nombreuses tombes indi
viduelles, dont l’extension n’est encore connue que partiellement, a été mise en
bungen an diesem Ort fügen den besser bekannten Gräberfeldern ein wichtiges
neues hinzu, welches außerdem die nun nördlichste vorgallo-griechische Inschrift
4. Die Inschriften von Istres und Bergères-les-Vertus im Umfeld anderer
Die beiden hier behandelten Inschriften befinden sich seit langem schon im
Museumsbestand. Die erste Inschrift aus Istres ermangelt eines archäologischen
Kontextes und ist kaum zu lesen, muss aber vollständig sein. Die vorgeschlagene
(Uhlich 2007: 374, Solinas 1995 [“lepontisches” Corpus: i.e. von Inschriften
Der
morot bei Lons-le-Saunier/Jura (Haywood 2002: 33 [Karte]; Karte, Nr.
Eine
lepontische
v.
chr.,
Weiler
Raschlinas bei Präz, heute Gemeinde Cadiz, im Kanton Graubünden in der
im Nominativ, wobei die
) aber nicht eindeutig ist (Gambari
2001, auch Geiser, Genechesi & Scoccimaro 2012: 117 und 118 und
Rubat Borel & Paccolat
2008: 130, rechte Kolumne). Diese beiden Inschriften
Höher, nämlich ins 5. Jh. v. Chr., wird eine rätische Inschrift auf einem Sil
berring aus Nussdorf im Chiemgau (Landkreis Traunstein/Oberbayern: Karte,
Nr. 29) datiert. Diese Inschrift sei also zwar nicht keltisch, ist jedoch nicht im
Material (allgemein
2011 – wozu Markey, demnächst – und
2014
2006
). Es kommt nun vor allem das
Alle diese Beispiele bezeugen Schriftgebrauch, der an Handelswege gebunden
ist (Nash Briggs 2003). In den Zusammenhang solcher “trading routes northwards
toward the world of the late Hallstatt
agley, J. M., Chr. Eggl, D. Neumann & R. Schumann. 2010. Die sp
nezeitliche Siedlung an der Haffstra
nchen-Trudering.
Berichte der
M. 1988. La logique de l’écriture d’une société à l’autre en Gaule méridionale
Revue archéologique de Narbonnaise
Mancini, M. 2012. La “via del ferro” alle rune. Nuovi materiali sulle origini della scrittura
Uhlich, J. 1999. Zur sprachlichen Einordnung des Lepontischen. In St. Zimmer
IM KELTISCH-GERMANISCHEN SPRACHKONTAKT
Der folgende Aufsatz thematisiert ausgewählte Namen aus dem keltisch-germanischen Kon
taktbereich und ihr Verhältnis zum appellativischen Wortschatz. Zur Sprache kommen dabei
Bildungselemente und Bildungsweisen sowohl von Personennamen wie auch von Orts- und
Völkernamen. Zentrale These ist dabei, dass der onomastische Wortschatz an manchen Punkten
die Entlehnung von Appellativa entscheidend gefördert hat.
Namengeschichte als Wortgeschichte
Wie alle lexikalischen Elemente haben auch Namen (Propria) eine Geschichte
mit einem Anfangspunkt und einem Endpunkt, zwischen denen sich diachrone
Veränderungen abspielen. Die auf diesem Weg wirkenden Kräfte sind aber selten
linear und erschließen sich nicht immer aus der Überlieferung. Eigennamen folgen
nach ihrer Prägung nicht nur ihrer lautgeschichtlichen Entwicklung, sondern sie
tionen ergeben. Ein Name wird nicht zwangsläufig linear geprägt, sondern kann
auch aus einer Referenzumleitung resultieren, sein Lebenslauf kann geprägt sein
Die heutige Sicht auf das soziale und kulturelle Verhältnis zwischen Kelten und
Germanen wird zu einem guten Teil aus indirekter Evidenz erschlossen, nämlich
aus der archäologischen Erforschung der latènezeitlichen Kultur Mitteleuropas
Die latènezeitliche Archäologie zeichnet, verkürzt gesagt, das Bild einer krie
La-Tène-Kultur gedeckt haben bzw. aus welchem Teil dieser Kultur sie kamen.
Bei einem Teil des Wortschatzes, der auf der Formseite keine einzelsprachli
chen Charakteristika aufweist, ist auch nicht klar, ob es sich um Lehnwörter
1.
Hierher gehören vor allem die Lehnwörter aus dem sozialen Bereich wie idg. *
rēĝ-
rīg-
rīk-
‘Herrscher’ oder kelt. *
amb(i)-aχtos
ambahtaz
‘Diener’; vgl. Schumacher 2007: 172ff.
hierarchischen Feudal- und Gefolgschaftssystems. Derartige Termini setzen
überdies eine mehr als nur oberflächliche Vertrautheit mit den Strukturen und
Funktionen der gebenden Gesellschaft voraus; sie wurden wohl kaum aus großer
Distanz übernommen, sondern eher von Personen, die auf irgendeine Weise mit
dem benannten kulturellen Kontext interagierten und in die zugehörigen sozialen
Systeme eingebunden waren. Außerdem machen derartige Entlehnungen eine
länger andauernde bilinguale Koexistenz wahrscheinlich. Dagegen ist der aus
dem Germanischen ins Keltische übernommene Wortschatz deutlich unsicherer
lungen; aber auch Geiseltausch, sozial differenzierte gemischte Siedlungsfor
men und ähnliches dürften den Multilingualismus gefördert haben. Wir wissen
nicht, welche Formen der keltisch-germanische Austausch und Kontakt in der
vorliterarischen Zeit hatte, doch wäre es denkbar, dass die stärkere soziale und
Volcae
Walhōz
Hercynia silva
Tuonouwa
arbeitsteilige Differenzierung, welche vor allem für das Umfeld der Höhenburgen
4.
oder aber Interferenz mit dem Völkernamen
Volcae
vermuten (für die ebenfalls
teilweise eine Bedeutung ‘Habichte’ oder ‘Habichtler’ rekonstruiert wurde). Hel
mut Birkhan (1968) zufolge ist auch diese Gruppe von Namen durch Entlehnung
und Remotivation geprägt. Seiner Meinung nach ist
germanisch und
Ambioreneses
Ambiamarcae
neben einer
germanisch aussehenden Fugenvariante
Dieses Nebeneinander mit dem
Schwanken des Fugenvokalismus spricht in meinen Augen für sprachkontaktbe
dingte Ausgleichsprozesse und gegen eine morphematische oder lexematische
Deutung des -
. Verantwortlich ist womöglich eine unvollständige Bilingualität,
in welcher das Vorderglied *
An der östlichen Seite der Berührungszone, um die obere Elbe, siedeln in früh
geschichtlicher Zeit die Boier. Nachrichten über eine
nonien, an der Grenze zu den Dakern, umreißen die geographische Erstreckung
Marcomanni
usw. ist wohl nur lat. Substitution für
zu haben, der an den boiischen Einflussbereich angrenzte. Allerdings erstreckt
sich die Belegdauer über mehrere Jahrhunderte, in denen germanische Dialekte
vorstellbar, dass
und
Λευκάριστος
dass sie es auf offizielle Inschriften geschafft haben, reine ad-hoc-Bildungen
im östlichen Kontaktbereich steht als germanische Neubildung
nicht allein, denn im nur unwesentlich später verfassten Itinerarium Antonini
(369,3) wird in den Niederlanden östlich von Utrecht ein Kastell
erwähnt, dessen Vorderglied entweder eine thematische Stammform oder sogar
eine Flexionsform des germ. Wortes für ‘Mann, Mensch’ enthält. Auch hier
als Vorlage gedient haben.
Germanen wie Kelten kannten das Wurzelnomen *
‘König’ bzw.
‘Macht habend’ wie auch die Ableitung *
rīgja-
: *
rīk(i)ja-
‘Herrschaft’ oder aber
‘zum König / zur Herrschaft gehörig’. Wenn got. *
durchweg die Bedeutung
‘Oberster’ hat, so ist hier am ehesten eine neue, von germ. *
Ableitung anzunehmen (Griepentrog 1995: 357f.). Umstritten ist, ob germ.
aus dem Keltischen entlehnt ist oder auf der Basis des bereits vom Kel
Sekundärbildungen auf -
- (etwa im Irischen: de Bernardo Stempel 1999: 352ff.;
Patronymika im Gallischen: Lambert 2003: 30) legen darüber hinaus nahe, dass
Einige keltische Namen lassen kelt.-germ. Sprachkontakt auch im Norden Europas
, laut Plinius (Nat. hist. 4,95) kimbrische Bezeichnung
für ein nördliches ‘Totes Meer’, oder
, Name einer Insel, auf welcher die
Teutonen Bernsteinhandel treiben (Plinius Nat. hist. 37,35; vermutlich Helgoland).
‘Welle’, ae.
‘Meer’.
Tacitus Germ. 40,2; zu *
‘(Land) am Wasser’.
Der Name der Kimbern selbst sperrt sich dagegen erfolgreich gegen eine
Germanische Namenetymologien wurden, über allgemeine historische Erwägungen
hinaus, meist mit dem Hinweis auf den Ländernamen
Die Namenüberlieferung ist nicht unproblematisch, da allein
in mehreren
bei einem Teil der
Namen lediglich den geographischen oder auch nur mythologischen Bezug zur
legendären Heimat der Boier herstellen soll. Der dominierende
o-
Vokalismus
der germanischen
Namen in antiker Schriftlichkeit ist wahrscheinlich der
Überlieferung zuzuschreiben. Unklar bleibt aber, wer (und welche Sprache) in
11.
die umgekehrten Bahuvrihis (der sogenannte Armstrong-Typ; vgl. Uhlich 1997),
auch fällt die starke Präsenz von prothetischen Präpositionen auf. Dagegen ist das
Bauprinzip germanischer Namen, ähnlich wie im appellativischen Wortschatz, stark
Die mitgelieferten appellativischen Bedeutungen sollten aus besagten Gründen
‘gut’ (‘Tag’)
Ein Namenelement *
Insley 2006: 115f.). Rosemarie Lühr (1997: 449f.) hat die Auffassung vertre
ten, dass die Bedeutung von kelt. *
‘gut’ im Germanischen lange genug
durchsichtig blieb, um Nachahmerbildungen anzuregen. Frühmittelalterliche
Namen wie
Zur Tauglichkeit von germ. *
‘Tag’ als Namenelement muss allerdings
ergänzt werden, dass zumindest die mythologische Namengebung des Altnordi
schen und Altenglischen das Kompositum
kennt und im Altnordischen später mehrere, vor allem mythologische, aber auch
historische Figuren
heißen (Simek 2006: 67f., 401f.). Diese Bildungen
sind namengeschichtlich sehr wahrscheinlich vom Dagobert-Typus zu trennen;
sie könnten darauf hinweisen, dass *
- als Namenelement zwar möglich,
aber entweder in seiner Gebrauchssphäre oder in seiner formalen Verwendung
germanischen Personennamen eine deutlich stärkere Präsenz als in keltischen.
Hier konstituiert es eher komponierte Völker- und Gruppennamen wie
Tri-,
keltischen Korpussprachen (air.
, akymr.
) appellativisch fort und ist im
12.
Darüber hinaus ist die Stammbildung unklar. Für einen mask.
-Stamm würde
man im Zeithorizont der Inschrift (±160) noch die Endung -
Grund kommt auch ein
-stämmiges Nomen agentis *
- zum denominalen
Verb *
Unsicher sind †
Catumerus
(Tacitus Ann. 11,16f.) und †
Haþuþuwas
(Bergakker, ca.
‘Kampf’
Die Verteilung von *
) wie auch als Erst- und Zweitglied
von Komposita (
Boduogenus, Boduognatus, Ateboduus
) gut vertreten. Allerdings
ist es nicht immer ganz einfach, keltische und germanische Namen voneinander
abzugrenzen, da die originalsprachlichen Charakteristika bei der Anpassung an
die klassische Schriftlichkeit und den Interferenzen auf dem Weg dahin verwischt
wurden. Das zeigt sich schon beim frühesten womöglich germanischen Beleg,
Teutobodus
für den König der Teutonen bei Aquae Sextiae.
) eher keltisch, es ist jedoch schwer zu sagen,
wie weit die Überlieferungsform der Sprachwirklichkeit entsprach und wie weit
ches gilt für
Maroboduus
, den Namen des markomannischen Widersachers von
Arminius. Als dieser Name in die lateinische Überlieferung Einzug hielt, war
noch nicht zu westgermanisch
geworden; allenfalls befand sich dieser
Prozess im Anfangsstadium.
Maroboduus
enthält somit das keltische Erstglied
māros-
und kann als rein keltischer Name aufgefasst werden. Die onomastische
Produktivität von germ. *
. Entsprechende Namen sind bis ins Mittelalter bezeugt,
wobei es in der Spätantike und Völkerwanderungszeit eine gewisse Häufung im
Der Namenträger wird bei Florus (1,38) explizit als König der Teutonen bezeichnet,
historische Kontext lässt das Zeugnis des Florus glaubhaft erscheinen, der Name der
Kimbern in anderen Quellen der Name hat hier eher die Funktion als Oberbegriff.
ed
‘graben, (in die Erde?) stechen’ gestellt, deren Nominalbildungen im
Wörter und ihre spezifischen Bedeutungen außerhalb der Sphäre Dichtung und
Personennamen verankert sind. Denkbar wäre ebenso, dass die starke Präsenz
in komponierten Personennamen umgekehrt erst das Vokabular der Dichtung
bereicherte, wobei das Vorbild durchsichtigerer Wortbildungen die Bedeutung
Dieser Prozess ist allerdings ebenfalls nicht zu belegen, sondern nur durch
mögliche Parallelen zu illustrieren. So könnte germ. *
erst aus dem kel
tischen Personennamenelement abstrahiert sein, das die keltische Namenmode
stark dominierte. Gleiches gilt womöglich auch für die Ableitung *
könnten in einem Kontaktbereich mit kelt.
rigium
-Namen entstanden sein, wobei
Reanalyse der Namenbildungen eine Rolle gespielt haben dürfte. Weitere Paral
lelen für solche, über rein lexikalische Übernahme hinausgehende Kontaktphä
nomene finden sich womöglich im seltsamen Fugenelement bei
Ambiamarcae
oder in der Umdeutung von *
Coriovalium
zu
. Man
germ. *
tūnaⁿ
, die innerhalb der indogermanischen Sprachen recht isoliert dastehen
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Michael P. Barnes
NORSE-ENGLISH RUNIC CONTACTS
This article considers ways in which Scandinavian and English runic writing may have influenced
each other. Despite their common origin the two writing systems developed in different ways.
In the period 700-1000 there are occasional hints that Scandinavian practice may have spread
to England and stronger indications that English practice influenced Scandinavian rune writers.
The runes used in these early English inscriptions differ only in one or two
respects from those found in contemporary manifestations of runic writing from
Scandinavia and the Continent of Europe. During the seventh century, however,
English runes are subject to various innovations. It has even been suggested there
was at this period a conscious reform of the writing system (Parsons 1999). Be
that as it may, the outcome was an expanded rune-row that – in some places at
least – came to contain in excess of 30 characters. There were also changes in
Things did not stand still in Scandinavia either. There, by the early 700s, eight
runes had been lost from the row, leaving just sixteen to represent the many vowel
and consonant phonemes of Viking-Age Scandinavian. In addition the shapes of
many runes were simplified. In principle each character now consisted of a single
vertical with branches. This was in contrast to the older
and the English
fuþorc
According to the evidence just presented, the regions of the British Isles in
which English and Scandinavian runic activity is most likely to have overlapped
are thus northern, eastern and south-eastern England – and to a lesser extent
southern Scotland and the Isle of Man. There are difficulties, however, not least
chronological. Writing in English runes seems to have ceased early in the eleventh
century at the latest. The Scandinavian runic inscriptions of the British Isles are
gradually given a shape more in keeping with its fellows, notable graph-types
being
and
. Twelfth position in English
fuþorc
s, most of them found in ma
nuscripts, is occupied by a rune of the form
. There are, however, also sporadic
occurrences of
in English tradition. In Scandinavia
seems in the seventh and
eighth centuries to become first the most common and ultimately the sole guise
in which the older-
is attested in two stone inscriptions, Dover and Thornhill III. In both cases it ren
-, historically a palatalised /g/.
Otherwise
appears occasionally in manuscript
fuþorc
s, though as an additional
rune rather than as part of the standard row. There it is given the name
apparent twofold
, with branches on either side of each vertical, hint perhaps
at a shared innovation. We are, however, on very uncertain ground here, and I
will not pursue this line of enquiry further. I turn instead to the Viking Age and
Using the sixteen-rune Scandinavian, or younger,
, rune-writers could only
make the crudest phonological distinctions. There were but four vowel symbols,
, while several voiced consonants
could not be distinguished from their unvoiced counterparts. Towards the end of
the Viking Age the Scandinavians began to make improvements to the system.
(which appears as
is questionable, however. Bookhand ‘þ’ presumably arrived in Iceland, Norway
and Sweden together with English missionaries. The context in which the English
name and value of the fourth rune might have been borrowed is less clear. Mag
Alternative proposals have been made about the origin of dotting. Haugen
argues (1976: 88-9) that it is copied from the dot placed over roman ‘y’ in Ca
rolingian script. Knirk maintains (2010: 194-5) that it is based on existing runic
usage: dots were integral parts of “short-twig”
, optionally also of
and other runes, he contends, is merely an extension of
this practice. Against Haugen’s notion stands the lack of specific evidence for
in particular of two
(St John’s College, Oxford, MS 17 and
British Museum – now British Library – Cotton Galba A.2, the runic material of
the latter preserved only in an early eighteenth-century printed book), Page and
communities, perhaps in Danish-influenced areas, of the British Isles […] and
exported from there to Scandinavia” (1998: 68). “One could postulate”, they
have existed at the latest by the 980s, and Knirk thinks it unlikely that many,
if any, of the epigraphical dotted runes found in the British Isles are older than
. 1000. Even though the Manx corpus is dated to
. 930-1020, he notes that of
the four inscriptions from Man that contain dotted characters, “Kirk Michael III
is perhaps the oldest, possibly dating to the 900s” (2010: 193). This is a rather
grudging recognition of Kirk Michael III’s antiquity. Its Borre art style implies it
is among the earliest of the Manx runic crosses, which should push it back to the
first half of the tenth century. To suggest it “possibly” dates to the 900s sounds
like special pleading. I can see that many difficulties confront those who would
claim that dotting arose in the British Isles – not least how it spread from there
to Scandinavia. Nevertheless, I would not dismiss the idea out of hand. And once
again, the Isle of Man, or perhaps the Irish Sea region more widely, suggests
I now turn to a clearer case of Norse-English runic contact. From St Albans
come two informal inscriptions on bone (E 13 St Albans I and E 14 St Albans
II; cf. Barnes & Page 2006: 323-30). The archaeological context puts their date
ending. The
‘wrote’,
reist
‘carved’. And while
can be
þessar rúnr
and the
the Scandinavian commemorative rune-stone of the Viking Age was indebted
to English tradition. Nor is
used in the plural, and appears to refer to a monument consisting of more than
one element – not, as far as can be judged, the case with
. As for
points. And the effects of exposure to English language and culture are clearly
seen in certain Scandinavian runic inscriptions from England. For all that, evi
dence of contact is sparse and often uncertain. There are indications of influence
at different periods and on different levels, but seldom more than indications.
Individual runes may be involved, the writing system more generally, the form
of language in which inscriptions are written, and perhaps also the wording of a
particular type of text. Such impulses as can be surmised seem to run mostly from
English to Scandinavian practice, though there is the occasional suggestion of
Derolez, R. 1987. Some new runes and the problem of runic unity. In
Page, R.I. 1999.
An Introduction to English Runes
(2nd ed.). Woodbridge: Boydell Press.
Page, R.I. and J. R. Hagland.1998. Runica manuscripta and runic dating: the expan
datering
(Senter for middelalderstudier, Skrifter 8), 55-71.
Trondheim: Tapir.
IDENTIFYING AND DATING NORSE-DERIVED TERMS
IN MEDIEVAL ENGLISH: APPROACHES AND PROBLEMS
The Norse-derived terms introduced as a result of the Anglo-Scandinavian linguistic contact
during the Old English period are very important for the make-up of today’s English. However,
1.
I am very thankful to the anonymous reviewers for their comments, suggestions and
types of evidence that one can rely on when attempting to compile the list of
terms that entered the English language as a result of the Anglo-Scandinavian
Old English and Old Norse were typologically very close to one another, to
; Kroonen 2013: xxxviii-xl). Accordingly, PDE
can be shown not to have
followed the “internal English sound-laws”, in Björkman’s words.
Using the phonological structure of the other words as evidence for their for
eign origin is more problematic, and, therefore, other types of evidence need to
- remains unclear.
De Vries (1961: s.v.
We also need to bear in mind that recent research suggests that morphological and
lexical factors also have to be taken into consideration when accounting for high
bēgan,
The identification of the current meaning of
bread
as ‘article of food prepared
by moistening, kneading, and baking meal or flour, generally with the addition of
yeast or leaven’ (
OED
1989: s.v.
bread
, n., sense 2.a) as a semantic loan from Old
Norse has faced even stronger opposition and, indeed, some of the most important
7.
It may, however, be the case that even by Chaucer’s time the ME
ille
word-field was
perceived as dialectally marked, as Chaucer attributes it to the northern students
in
The Reeve’s Tale
(I.4174 and 4184) in non-rhyming position, while the other
occurrences of the field in his corpus (viz.
The Romaunt of the Rose
2486) are restricted to rhyming position. After all, it is well-known that Chaucer
commonly relied on contemporary dialectal variation for similar purposes (see
Wełna
although
attention to the early South-West-Midland attestations of the field.
8.
The Norse derivation of the term is not discussed either by Björkman (1900-1902),
Hofmann (1955) or Pons-Sanz (2013). Note, however, that occasional references to the
possible semantic influence of Old Norse can still be found (e.g. Johannesson 2006: 69).
57) compromises the significance of this attestation as evidence in favour of the
Jespersen’s words constitute a case study representative of the various ap
proaches that we can take when trying to identify the Norse-derived terms recorded
in medieval English and the problems that we are likely to face (cp. Durkin 2014:
ch. 10). As should be clear from the discussion presented in the lines above, in
the end it is up to the linguist’s judgement and willingness to accept the Norse
9.
Richard Dance is currently working on a more sophisticated and transparent way of
classifying the evidence for Norse derivation (see Dance 2013 and Forthcoming).
211
logical evolution of a term very difficult. This is the case, for instance, with two
scribbles recording drinking formulas in Arras, Bibliothèque Municipale, MS
‘be in health’ and
‘drink in health’. The presence of the
‘healthy’ seems to point towards Norse origin
‘whole, healthy’, OIc
id.), although it might represent instead
continental influence (cp. OHG
‘whole, healthy’) because Ker (1990: no.
4) attributes the scribbles to an Anglo-Saxon scribe who may have been trained
in a continental scriptorium. Further support for its Norse origin comes from the
fact that, while OE
wes hāl
/ wesað hāle
(pl.) is recorded as an ordinary
salutation (cp. OIc
, pl.), its use as a drinking formula is not attested in
any other Germanic language and may, therefore, have developed amongst the
The Production and Use of English
(see www&#xwww6;.le;&#x.ac.;&#xuk/e;&#xngli;&#xsh/e;&#xm106;�to1;Ƞ/;&#xinde;&#xx.ht;&#xml00;.le.ac.uk/english/em1060to1220/index.html).
11.
Electronic Sawyer
this database is also the source for the dating of the legal documents referred to in
this way.
On the list of privileges commonly granted during the eleventh century, see Harmer
(1989: 79-82). I am very thankful to Dr Katrhyn Lowe for having provided me with
the transcripts of various documents included in MSS Ff.2.33 and Add. 14847.
For similar examples of replacement of a native term with a Norse-derived term in
early Middle English copies of Old English texts, see Dance (2011 and 2012).
B + number refers to the number given to the document in Bates (1998); this edition
is also the source for the dating of the legal documents referred to in this way.
(1952-2001), but it is included in
Dictionary of Medieval Latin from British Sources
(1975-: s.v.
eleventh-century documents S 1519, S 1531 and S 1537, because it appears
in the same structure in all the documents: (preposition +) anaphoric personal
. It may of course be the case that the use
of the adjective in the later texts was the model for its later introduction in S
1483 (cp. the case of
marc
in S 1526 discussed above). However, the possibility
that a later reviser might have introduced the term in all the documents cannot
shows that the term was used at least as late as the fourteenth century, when it refers
Notably, structures such as
for uncre bēgre sawle
‘for the soul of both of us’ are not
uncommon in Anglo-Saxon charters (e.g. S 1487 and S 1498).
In fact, interestingly, the copy of S 1527 in MS Add. 45951 records ram;fram rather
as their initial use could be attributed either to the late Old English or to the early
Middle English periods. Consider, for instance, the formula
It is only attested in S 1531; moreover, this is the only attestation of
The term does not seem to be recorded in the
This paper has analyzed some of the problems involved in the identification and
dating of the Norse-derived terms recorded in medieval English texts and some
of the ways in which those problems can be resolved or, at least, diminished. It
is important to put these problems into a wider context, with regard to the very
significant role of these terms in present-day English, both standard and dialectal
Dance, R. 2003a. The AB Language: The Recluse, the Gossip and the Language Histo
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Language and History in Viking Age England: Linguistic Relations
LANGUAGE CONTACT AND CONSONANT SHIFT
THE WITNESS OF ASPIRATION
Contrary to the First Consonant Shift, there has been little speculation about substratum
playing
we have cannot be connected to any written records, either of the natives or the
invaders. In remote language epochs, it is further not possible to separate genetic
relationship from language contact. This inescapable reality was made clear by
Walther Porzig’s (1954) study of the grouping of the Indo-European languages.
there is further a tendency to affrication of aspirates in Danish. The Partial Con
sonant Shift in the other languages, including English, is the exchange of features
The lack of aspiration in East Swedish is well documented in several handbooks
mental studies of speakers from Barnsley in South Yorkshire. These incursions
of aspiration into aspirationless territory must be due to the influence of southern
is correct. It would mean that North Frisian once had the Partial Shift and lost it
Aspiration is reported for the other variants of Frisian still spoken in areas in
xon dialects of Low German, Dutch, and southern England, the modern Frisian
dialects of Germany, and apparently once in the Franconian dialects built on a
The furthest extent became the High German–Low German boundary at the
Benrath (
maken/machen
reached the boundary, hence the well known geographic gradation. This theory
began with Wilhelm Braune and has received various modifications, notably by
Walther Mitzka and Theodor Frings. Theories of spread from the north (Becker
areas. As stated above, I would argue for this latter type of scenario or at least
Early supporters of parallel development reconstructed the beginnings of the
later migrated mostly to what is now Upper German territory. Bremer (1904:
the Alemanni, Bavarians, Thuringians, and Langobards to their new homelands.
Aspiration would also have been borrowed from the Suebi by the English, Frisian,
Saxon, and Westphalian tribes in northern Germany. The Engrian, Eastphalian,
Höfler (1955-56 and 1957), although he did not mention Lessiak’s work, pre
sented a very similar theory. Polemicizing against the wave model of the High
German Shift, he criticized a shift beginning in one single place and then spreading
out horizontally in all directions and instead proposed a vertical development of
the Shift from a common basis. His hypothesis also envisioned different versions
of the Shift, not only among the West Germanic tribes, including the Langobards,
but also different versions among the East Germanic tribes of the West Goths,
East Goths, Vandals, and Burgundians, who had migrated in several directions
away from the homeland. His main evidence for East Germanic came in the form
of personal and place names of Germanic origin found in Spanish, Portuguese,
Italian, and Latin texts of the older period. His polygenesis in Middle and Upper
German was in direct contrast to sound substitution proposed by the followers of
spread theories, who overemphasized the importance of the exceptional words
in the Rhenish Fan. Indeed, unaccented words of the type
Theodor Steche (1937) ascribed the High German Shift to dialect mixture in
the Langobard Kingdom in Italy and the Merovingian Provinces of Alemannia,
unshifted words in West Middle German would then be remnants of lower class
speech, rather than borrowings from neighboring Low German and Dutch areas.
Such sociolinguistic explanations of sound changes are certainly plausible
and can be observed around us every day, but they are unfortunately lacking in
northern Thuringian; and Mansfeld (Hennemann 1901), Aken and the Elbe-Saale
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Raeber.
SOME UNSOLVED (AND PROBABLY INSOLUBLE) ASPECTS
OF INITIAL FRICATIVE VOICING IN EARLY ENGLISH:
ARLY
V
ART
REAT
The voicing of initial fricatives is part of the Great Germanic Lenition that was triggered by the
First Consonant Shift. This process can be likened to a stone rolling downhill; its way is not arbi
1.
I am grateful to my anonymous reviewers and Guus Kroonen for their close reading
The following abbreviations are used in the text: Engl. – English, F. – French, Gmc
– Germanic, Go. – Gothic, Lat. – Latin, ME – Middle English, OE – Old English,
work. Not too long ago many researchers ascribed this process to assimilation:
a tendency for the voicing of fricatives: we know about its existence from the
results. Our task is to find out how and why the tendency came into being and
why it made itself prominent so early in some positions and so late in others. A
third term occurring in the literature on voicing is lenition. Since it appears to be
3. I discussed the question of lenition in my paper on Verner’s Law (Liberman 2010)
and here will only give a dogmatic summary of my attempts at a recon
One of the elements of the First Consonant Shift, as I understand it (and this is a
widespread view), was the rise of aspirated plosives in Early Germanic, that is,
the
main feature that distinguished them was not voice but aspiration, so that /p t k/
h th kh]) became marked and /b d g/ unmarked. We are facing a paradox: /p
t k/ were strong from a structural point of view (by definition, because they had
a feature their partners lacked) but weak from an articulatory point of view (also
by definition, because, thanks to the opening of the glottis, aspirated consonants
require a smaller effort to produce than pure plosives). This paradox explains the
The “weakening wave” swept not only /s/ and /f/. The velar fricative /x/, from
*/k/, began its way toward /h/ and extinction. The sibilant that was voiced (weak
ened) by Verner’s Law behaved like /x/; /x/ became /h/, and /z/ turned into /r/
the term allophone) and cannot be pried loose from their positions or transferred
nic status of voiced fricatives in Old English. Anderson supported the traditional
view (
z, v, ð
as allophones) because in words like OE
‘pleasant’ /s/ stands
as noted, that the rise of voiced stops from fricatives in certain positions was a
consequence of lenition. Lenition progressed in zigzags (it affected intervocalic
The same is true of the loss of geminates, which Kurath (1956/1969) made
emergence
‘kiss’ would
we still know it. At no stage would there have been a chance for /z/ to stay put
The role of French words will be discussed in the next section. Here we should
turn to southern voicing as a possible instrument of phonologization. Since I be
lieve that voiced fricatives had always been independent phonemes in English,
I would argue that southern voicing only increased the sphere of influence of
ME /v/ and /z/ but did not cause their rise. However, an important distributional
in good stead. He looked at the data and suggested that
known from the remote past. And so they do. Lenition never stopped and went
there from the start. Their distribution first reduced their ability to function in
contrasting positions but later offered them a chance to behave like other regular
Fulk, R[obert] D. 2001a. Conditions for the Voicing of Old English Fricatives, I: Pho
nology.
Interdisciplinary Journal for Germanic Linguistics and Semiotic Analysis
Fulk, R[obert] D. 2001b. Conditions for the Voicing of Old English Fricatives, II:
THE VOWEL SYSTEMS OF OLD ENGLISH, OLD NORSE
AND OLD HIGH GERMAN COMPARED
A comparison of the accented and unaccented vowel phonemes of Old English, Old Norse and Old
Faroese
West Norse
Old High

West Germanic
North-West Germanic
Gothic
Fig. 1: The grouping of the Germanic languages (Nielsen 1998: 57)
In principle, the primary split of Proto-Germanic into Gothic and North-West
Fig. 2: Hans Kuhn’s model from 1955 (after Voyles 1968:736)
The accented vowels attested in all the early North and West Germanic lan
ges (including the Early Runic language of Scandinavia) can be derived from
a Proto-North-West Germanic system consisting of a total of thirteen phonemes,
thongs, five short and five long vowel phonemes as can be gleaned from Fig. 3:








The accented vowel system of the only recorded East Germanic language, Gothic,
differs in several significant respects from our Proto-North-West Germanic system,
which confirms the hypothesis of an early split of Proto-Germanic into Gothic and
North-West Germanic as proposed in the two models for early Germanic dialect
/e:/
iu
e
eo
æ
æa
ε ɔ ε: ɔ:

‘to bear’
‘men’ ( *
‘lands’ ( *
‘wood(land)’ ( PGmc. *
‘kin’ ( *
wlītan
‘(he) allowed’, cf. Go.
Tat
‘god’ ( *
‘mother’
‘bag’ ( Lat.
‘to converse’, cf. Go.
‘stone’, cf. Early Run.
From the examples offered, we can see that as in Old English NWG
occurred in
and that in no less than seven cases
-umlaut had produced new
męnn, kyn, kømr, dæðir, kýll, rœða
umlaut
was responsible for the two new vowels seen in
. Umlaut – and
umlaut in particular – had thus made a significant contribution to the increase
of accented vowel phonemes in early Icelandic (and Old Norse), a contribution
which in number exceeds that of the phonological impact of
i-
umlaut on the
Old English system. In passing, we may note that the
umlaut factor appears to
unaccented vowel
of the plural form
The East Franconian dialect, which is attested in the ninth-century OHG transla
1.
On these spellings Braune/Reiffenstein (2004: 28) have this to say, “Der umgelautete
Vokal wird in den Hss. durch
wiedergegeben. Selten steht dafür
‘people’ ( PGmc.
‘friend’ (cf. Go.
‘tears’ (dpm.
‘us’ (ap. 1 pers.pron.)
‘day’s’ (gsm.
‘father’
On the basis of the MHG and later dialectal evidence available Moulton and others
would seem to be right in assuming that two different
-phonemes came into exis
tence in Middle High German reflecting the two allophones of OHG /e/ deriving
from, respectively, pre-OHG /e/ and pre-OHG /a/ with
i-
umlaut conditioning. It was
only when /i/ in unaccented position was weakened to schwa in Middle High Ger
umlaut conditioned allophone of OHG /e/ ( /a/) became
3.
Unaccented vowel reduction had occurred much earlier in Old English and Old
Norse than in Old High German. The earliest attested Old English unaccented
vowel system (ca. 700 AD) consisted of only four entities, and vowel quantity
ī i
iu ī i u u ū
ai ē


hirdir
) ‘tongue’, gpm.
( IE *
PGmc. *
sunauz
’son’s’; apm.
sunu
PGmc. *
sununs
‘sons’, gsf.
‘tongue’
Fig. 5: The main sources of the Old Norse unaccented vowels (Nielsen 2000:101-102)
The reduced phonemic inventories of the unaccented vowel systems of Old
English and Old Norse hardly come as a surprise in view of the fact that in early
Proto-Germanic the (stress) accent had been placed on the first syllable (the root
syllable). This fixation of the word accent was the very reason why inflectional
suffixes and other endings in the early Germanic languages were reduced or
disappeared, which again led to morphological (and syntactic) restructuring. And
in Proto-Germanic a single vowel system no longer sufficed for all syllables of a
word or sentence as in Indo-European. Now it had become necessary to operate
with both accented and unaccented systems. And the general effect of the fixation
of the accent on the first word syllable was that in the course of time the number
of accented vowels tended to increase and the number of unaccented vowels to
decrease. This is the picture that clearly emerges from an analysis of the phono
logical development in Scandinavia. Whereas the accented vowel system of
the Early Runic language in Scandinavia (up to 500 AD) consisted of thirteen
England. Nor does it give any clue to the extensive Low German impact on the
Scandinavian languages during the Hansa-era. On the same note, we may safely
reject the idea that early Romance influence on Alemannic and Old High German
I would like to thank John Ole Askedal (University of Oslo) for kindly reading and
commenting on an earlier version of this paper – and in particular for helping me
improve my discussion of the development of the Old and Middle High German
Braune, W. 2004.
Althochdeutsche Grammatik I
Laut- und Formenlehre
. 15. Auflage
Steger, H. (ed.). 1970.
Vorschläge für eine strukturale Grammatik des Deutschen
stadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.
style is somewhat verbose
1.
“The reconstruction of prehistory emerges from various archaeological and linguistic
“Language […] evolves in everyday life, is manifested in new forms, and is in a
constant state of change” (p. XII) vs. “Considering the age of some typical sound
changes shows that there are words originating, for instance, from Indo-European
…”() 3. &#x/Act;&#xualT;xt ;&#x/Act;&#xualT;xt ; Cf. for instance Grünthal (2003), Korhonen (1991, 1996) and Oinas (1961).
standing the articles that follow.
Mika Lavento explores cultivation among hunter-gatherers in Finland. The article
presents the traditional archaeological viewpoint and compares this with recent
An overview is given of the archaeological situation in the Battle Axe, Kiukainen
4.
What this influence consisted of is revealed only later when pollen analysis is treated:
among other things, “grazing and collecting the nutrition for animals” (pp. 12-13).
The Finnish words for slash-and-burn,
kaski
and
huuhta
, are treated extensively.
However, the other agricultural loanwords mentioned in the section on lin
support for the dating problem (p. 18-20) are not mentioned, nor are other in
teresting and possibly early agricultural loanwords, documented for instance in
LÄGLOS, that may be connected to the archaeological evidence. In short, the
archaeological aspect of Lavento‘s article in general provides a clear and concise
overview of the situation in Finnish agricultural archaeology, but the linguistic
lopment implying the transmission of knowledge, most likely in connection with
residential moves. In Finnish textile culture wares of the age, the use of asbestos
had by then almost vanished. When textile ware reached Norway and Sweden,
however, tempering was mostly done with asbestos. This use of asbestos, as
well as the textile decorations found in pottery of the time, indicates horizontal,
intercommunal transmission of knowledge. Damm (p. 59) concludes that “[a-]
bandoning large cultural entities, be they archaeological cultures or stylistic types,
and instead focussing on studies of technological elements and their transmis
5.
In the essay, “Proto-Scandinavian” is used for conventional “Proto-Norse”, “Finno-
Saamic” for “Early Proto-Finnic”. For the difficulties in Finno-Ugric terminology,
“[…] nativizing loanwords in shapes that accord with the sound correspondences
The author then deals with the Great Saami Vowel Shift from Pre-Proto-Saami
to Proto-Saami, which provides a basis for assigning loanwords to distinct tem
poral strata. Significant numbers of Pre-Proto-Saami loanwords were borrowed
from Baltic, Germanic and Finnic, although the analysis of the latter suffers from
The fact that Finnish
‘tooth’ is a loanword from Baltic *
One might add that this is also often done in Indo-European historical linguistics.
the Finno-Saamic dialect continuum; the development of Pre-Proto-Saami into
Proto-Saami; the dispersal of Saami over Lakeland and Lapland; the divergence
of the Saami dialect continuum into local Saami languages; and the extinction
been in the Lakeland of southern Finland and Karelia, especially with regard to
the Germanic loanwords. The adoption of Proto-Germanic loanwords in Saami
and Finnic is often connected with the influence of the Nordic Bronze Age culture
on coastal Finland and Estonia in 1700-500 BC. The author states that “there
appears to be no other plausible archaeological correlate for this phenomenon”
(p. 103). However, he also admits, plausibly connecting archaeological cultures
and prehistoric languages is virtually impossible in the present state of research
The survey of the Proto-Indo-European
Urheimat
problem concentrates on
the most likely solution of placing it in the Southern Russian steppes where wild
horse remains, horse sacrifices and horse-shaped figurines are found that connect
well to Proto-Indo-European horse terminology. There is no mention of theories
opposed to this view, for instance the Anatolian theory, which, though not un
controversial, remains influential, especially among archaeologists (cf. Renfrew
1987). The layman will simply have to take Parpola’s word for it that the theory
championed by Mallory (1989) is the most plausible one and will have to look
literature on the Germanic loanwords in Uralic are plentiful, although, again,
The reference to the Funnel Beaker culture as speakers of a certain language (p.
129), or the “Corded Ware people” (p. 130), shows (in the latter case literally) the
confusion of pots with people objected to by Damm (p. 43), as does the author’s
(p. 144) citation of Carpelan (2006: 84) to support the view that the spread of a
group of archaeological elements over northern East Europe was accompanied
by a spread of a single language, fallaciously assuming that a division found in
This article makes no explicit reference, when dealing with the Germanic material,
to the lemmata included in LÄGLOS, although LÄGLOS is listed in the references
a dialectological perspective, making clear how phonological changes in these
languages distinguish them from Finnic languages further north. The article starts
out by defining the southern group of Finnic languages, in itself a difficult task.
Prosodic changes such as the development of long and overlong phonological
length, and changes in consonants and innovations in the vowel system are trea
ted concisely, with several examples. The structure of the paper is sound and the
presentation of the material should be accessible even to the layman. Although no
new material seems to be presented, this article contains an interesting summary
Early Proto-Finnic (Proto-Saami-Finnic) and Late Proto-Finnic (Proto-Finnic),
with an additional Middle Proto-Finnic stage in which several Early Proto-Finnic
phonemes were lost and some hitherto phonotactically impossible consonant
les, and no clusters of semivowel and geminate obstruent. One of the loanwords
used to prove that Middle Proto-Finnic had clusters of resonant and geminate
‘forehead’
from Proto-Germanic or North-West Germanic
agriculturalists, which, like
-prefixation, can be found in non-Indo-European
words in Greek as well. Whereas in most Indo-European languages, root nouns
were a closed or moribund class, Kroonen shows that, in Germanic, this class was
open to loanwords. Proto-Germanic *
‘pea’ (pp. 242-244) and *
- ‘nit’
(pp. 247-248) are inflected like root nouns and show a substratum suffix *-
corresponding to Greek substratum forms with the suffix *-
that also shows
. The different
Lautstand
is not necessarily problematic; it can have many different reasons, such as,
11.
Cf. the use of “Pre-Germanic” by Kallio (this volume) above. Also problematic is
the use of “Pre-Greek” for the substratum in Greek as well as the Pre-Proto-Greek
stage of the language. Aikio (this volume) consistently used the prefix “Palaeo-” +
- ‘goat’ ~ Latin
‘kid, young goat’ appears to be
non-Indo-European because of the vowel *
. It is shown that none of the words
for ‘goat’ in old Indo-European languages can be of Proto-Indo-European origin.
Proto-Germanic *
gait-
and its Latin correspondence are probably
Wanderwörter
from Semitic and ultimately from Caucasian, filtering “through the continuum
of agricultural and cattle breeding cultures that had expanded into Europe from
‘nut’ is connected to Pre-Proto-Celtic *
and
Proto-Italic *
forms go back to a glottal stop, or, alternatively, that Proto-Germanic *-
compared to the putative substrate suffix *-
mentioned above, as a variant
, which can also be found in Greek. This last option seems rather unattrac
tive to me, not only because it does not explain the Italic form, as admitted by
the author (loc. cit.), but also because the length of the vowel disappears without
‘lady’, a pair of forms
difficult to explain on the basis of Proto-Indo-European. Kroonen (p. 250) explains
-prefix characteristic of the substrate
being the variant without this suffix. A fronting of *
in the
Germanic *
þeura-
‘bull’ and its Indo-European connections, for which it is difficult
A process used to solve the problem of *
a consonant cluster prohibited by the
- ‘bison’, which is connected with the
author’s reconstructions of the different Balto-Slavic proto-forms from a Pre-Balto-
tsombr-
for Old
13.
Not to be confused with Balto-Finnic, another name for Finnic – again an illustration
of the terminological problems that face the reader of literature on Uralic historical
not, however, uncontroversial.
The third option proposes the idea of the Gulf
of Finland being a route of communication, not a barrier. In that case, the arrival
of Proto-Finnic in the region can be connected with the eastern contacts of the
Bronze Age textile ceramics of Finland and Estonia. The author makes it clear
that the contacts in question entail the Seyma-Turbino phenomenon, a Bronze
Although Ritter (1993) has written a vehement and, in my view, overly personal
critique of the whole enterprise, it must be said that some Finnic loanwords of
“prägermanische Prägung” are not necessarily from the dialect of Indo-European
that formed the direct ancestor of Proto-Germanic, but possibly from a more general
The paper proceeds with a survey of the historical development of the Mordvinic
languages, in which the discussion of the shape of the Uralic family tree plays an
important role. Grünthal (p. 304) proposes a Pre-Mordvinic period reconstructed
on the basis of the Mordvinic languages only. Although a subdivision of this pe
riod into different stages is to be expected, the use of loanwords for establishing
different diachronic linguistic stages, as has been done habitually for other Uralic
treated in full, whereby transcription problems, conditions, and chronology, and
words subject to Prog are discussed. It is explained how Prog caused the alter
nation of palatalised and non-palatalised stem forms in the nominal paradigm.
variants being chosen to restore paradigmatic regularity. In the table illustrating
this process (p. 352), the meaning of the words used as examples are, however,
not indicated – most Indo-Europeanists will probably be able to reconstruct the
forms, and some readers will know Russian or another Slavic language sufficiently
well to be able to make comparisons of the word forms and derive the meaning,
The author shows how the stem-final palatal tended to be analogically exten
The branch of West Slavic consisting of Polish, Kashubian, Silesian, Slovincian
was the analogical replacement of -
with -
-, which explains, among
manner in which linguistic and archaeological research into prehistoric Northern
Leiden University Centre for Linguistics
NL-2300 RA Leiden
[email protected]
Carpelan, Christian. 2006. On archaeological aspects of Uralic, Finno-Ugric and Finnic
Koivulehto, Jorma. 1983. Seit wann leben die Finnen im Ostseeraum? In Janhunen, Juha
Thomsen, Vilhelm. 1870/[1967]
(Uralic and Altaic
Series, vol. 87), Bloomington-Den Haag: Indiana University [facsimile of the
289, 292
Alemannic 268-269, 273-274
West Germanic 126-127, 129, 204,
Oberdeutsch 113-115, 117
Old English 203ff., 249-251, 253-254
accented vowel system 263-265, 272
Anglian 206, 208
unaccented vowel system 270-272
West Saxon 210
accented vowel system 267-268, 273
language typology 268-269, 273-274
unaccented vowel system 268-269, 273
Old Norse 203ff.
accented vowel system 265-267
unaccented vowel system 270-272
unaccented vowel system 273
Onomastik 39ff.
Anglo-Saxon 188ff.
Continental 187-188
*jēra
*jāra-rune
runica manuscripta 193-194
Scandinavian 187ff.
St Albans (inscriptions) 195-196
St John’s College, Oxford, Ms 17 194
Visigothic 125, 128, 133
Vulgar Latin 129-130

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