Autor Jahr…


Autor Jahr Wofür der Preis
Theodor Mommsen 1902 Römische GeschichteRudolf Eucken 1908 „auf Grund des ernsten Suchens
nach Wahrheit, der durchdringenden Gedankenkraft und des Weitblicks, der Wärme und Kraft der Darstellung, womit er in zahlreichen Arbeiten eine ideale Weltanschauung vertreten und entwickelt hat“
Paul Heyse 1910 sein belletristisches Werk
Gerhart Hauptmann 1912 „für sein fruchtbares und
vielseitiges Wirken im Bereich der dramatischen Dichtung“
Thomas Mann 1929 BuddenbrooksHermann Hesse 1946 „für sein durch Versenkung
getragenes Werk, das sich immer kühner und eindringlicher entwickelte und die Ideale des klassischen Humanismus ebenso wie eine hohe Kunst des Stils offenbart“
Nelly Sachs* 1966 „für ihre hervorragenden lyrischen
und dramatischen Werke, die das Schicksal Israels mit ergreifender Stärke interpretieren“
Heinrich Böll 1972 Gesamtwerk
Günter Grass 1999 Lebenswerk
Herta Müller 2009 Gesamtwerk
Christian Matthias Theodor Mommsen, am 30. November 1817 in Garding geboren. Er war einer der berühmtesten Historiker und ist heute noch als einer der bedeutensten Altertumswissenschaftler des 19. Jahrhunderts bekannt. Das liegt sicherlich auch daran, dass seine Werke zur römischen Geschichte, auch heute noch, von fundamentaler Bedeutung sind. Zurecht erhielt er 1902 den Literaturnobelpreis für seine Römische Geschichte. Der Schriftsteller Mommsen kommt aus einer Pfarrerfamilie. Seit 1821 war Jens Mommsen, Vater, Pfarrer in Oldesloe, dort wuchs auch der älteste Sohn Theodor mit fünf weiteren Geschwistern auf.
Die Kinder entfernten sich peu à peu von den drakonischen Glaubensvorstellungen des Vaters, doch Mommsen blieb bis zu seinem Tod ein überzeugter liberaler Protestant. Die Familie Mommsen lebte eher in armseligeren Verhältnissen, was Jens Mommsen denn noch nicht hinderte, früh die Wißbegierde an den antiken Klassikern bei seinen Kinder zu entfachen. Obwohl die Familie in eher ärmlichen Verhältnissen lebte, weckte Jens Mommsen bei seinen Kindern früh das Interesse an den antiken Klassikern. Ab Oktober 1834 besuchte Theoder Mommsen das Christianum in Altona. Vier Jahre später, im Mai 1834, begann er ein Jurastudium an der Universität Kiel, dort stieg er in die Burschenschaft Albertina ein. Hier lernte Theodor Mommsen, den Dichter Theodor Storm kennen. Gemeinsam, mit Mommsens jüngeren Bruder Tycho Mommsen, veröffentlichten sie das Liederbuch dreier Freunde. Im selben Jahr wurde er in Kiel promoviert. Mommsen orientierte sich eher an einer wissenschaftlichen Karriere, doch vorerst musste er, um seinen Finanzbeutel aufzufüllen, an Mädchenpensionaten als Aushilfslehrer arbeiten.
Im Jahre 1844 erhielt Mommsen ein dänisches Reisestipendium und begann seine Reise in Frankreich. Als nächstes Reiseziel war Italien angepeilt, dort startete er seine römischen Inschriften. Er kontaktierte das Archäologische Institut und sammelte alle bekannten lateinischen Inschriften, die auf dem Autopsieprinzip beruhen sollten. Die ersten Inschriften, die Mommsen sammelte, waren die, des damaligen Königreichs Neapel.
Ein Jahr später verstarb Mommsen, am 01. November 1903, in Charlottenburg.Auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof in Berlin- Kreuzberg befindet sich Mommsens Grab.
"the greatest living master of the art of historical writing, with special reference to his monumental work, A history of Rome"
 
Born : November 30, 1817
Died : November 1, 1903
Occupation : Writer
Nationality : German
Notable award(s) : Nobel Prize in Literature 1902
 
Biography:
Born in garding (Schleswig-Holstein), son of a pastor, Mommsen was born Danish citizen but has always recognized original German and heart. He studied from 1831 to 1838 in Altona, then at the University of Kiel, where he specializes in both history, law and philology. Brilliant student, Mommsen obtained a grant that allows him to travel to France and Italy, becoming the last country where his taste and his ability to decipher ancient inscriptions. He worked hard from 1845 to 1850 on the dialects of southern Italy (March osque, messapien etc.), Which already makes him a major scholar. He made a trip to France and Italy (1844-1847), then engaged in politics, supporting new ideas in a local newspaper while he teaches law at Leipzig in 1848. Revoked soon after because of his liberal views, Mommsen taught some time in Zurich (1852), then Breslau (1854), and finally to Berlin (1858) where he is responsible for history in 1861. Mandated by the Prussian Academy of a monumental Corpus Inscriptionum Latinarum, it makes it the basis, still valid today, epigraphic research. The outstanding researcher, able to control many areas, founded by his work and his teaching school history that goes beyond German borders [1]. Received by Napoleon III in the Tuileries, then it is a leading recognized ancient history, not only by the Emperor prepares its history of Julius Caesar (1865), but also by scholars supporting the monarch in this enterprise, Victor Duruy then Minister of Public Instruction. Near Liberal circles, Mommsen participates in the political life of his country. It welcomes in 1870 of German unity in a series of articles. Fustel de Coulanges replied in an article published in the Revue des Deux Mondes, and others gathered later under the title of contemporary issues. Often described as Francophobe, Mommsen has shown the greatest contempt for French politics until his death, which the French scientific community does not forgive him. However, he was an admirer of Racine, Voltaire and Musset. Over time, it opposed politically Bismarck, an attitude which earned him a conviction a few months in prison. He left and the seat in the Reichstag in 1882 he held since 1873. Permanent Secretary of the Prussian Academy since 1878, he received in the twilight of his life, in 1902, the Nobel Prize in literature. He then devoted himself solely to his work as a teacher in Berlin and perpetual secretary of the Academy of Sciences of Prussia. He had sixteen children with his wife Mary, some of which died in infancy. His grandchildren and Hans Wolfgang historians are recognized.
 
 
Rudolf Eucken - Philosoph und Nobelpreisträger
Kategorie: LiteraturnobelpreisJahr: 1908Begründung des Komitees: "... aufgrund des ernsten Suchens nach Wahrheit, der durchdringenden Gedankenkraft und des Weitblicks, der Wärme und Kraft der Darstellung, womit er in zahlreichen Arbeiten eine ideale Weltanschauung vertreten und entwickelt hat".
Rudolf Christoph Eucken - er gilt als der Begründer des Neu-Idealismus. Nennt man den Namen Eucken, fällt vielen der Ökonom Walter Eucken ein, Sohn Rudolf Christoph Euckens; der Vater ist heute eher unbekannt. Dabei waren die gängig formulierten Schriften und Aufsätze des Philosophen - es waren insgesamt an die 1.000 - zu seiner Zeit durchaus populär. Vor allem in Skandinavien haben sich viele mit den Theorien des Ostfriesen auseinandergesetzt. Die 1907 veröffentlichten "Grundlinien einer neuen Lebensanschauung" wurden sofort nach ihrer Veröffentlichung ins Schwedische übersetzt.
Ein Verlegenheitskandidat
Auch der schwedische König Oscar II. befasste sich mit Euckens religionsphilosophischen Schriften und hielt große Stücke auf den Philosophen. Eucken wurde schon vor der Verleihung des Literaturnobelpreises zum auswärtigen Mitglied der schwedischen Akademie der Wissenschaften ernannt. Dennoch: Dass Eucken 1908 als zweitem Deutschen nach dem HistorikerTheodor Mommsen der Nobelpreis verliehen wurde, war eine Kompromisslösung. In der engeren Wahl standen der englische Dichter Algernon Charles Swinburne und die Nils Holgersson-Erschafferin Selma Lagerlöf. Letztere sollte den Nobelpreis dann ein Jahr später bekommen. Da es in der Akademie keine Mehrheit für den einen oder anderen Kandidaten gab, einigte man sich schließlich auf eine dritte Person: Rudolf C. Eucken. In Deutschland blieb die Resonanz auf die Verleihung des Preises verhalten. Der Evolutionsbiologe Ernst Haeckel - wie Eucken Professor an der Universität Jena - äußerte sogar völliges Unverständnis: Eucken sei "ein guter Redner und frommer Kantianer ..., hat auch 'schöne Bücher' über 'höhere Ziele' et cetera geschrieben, aber nicht eine einzige originale Arbeit von Wert geleistet". Er glaubte, selbst übergangen worden zu sein und den Preis eher verdient zu haben. Auch andere deutsche Gelehrte waren kritisch - Eucken galt als Außenseiter, dem es an Systematik und Sprachgewalt mangelte.
Thomas mannDer Nobelpreis 1929 [ HYPERLINK "http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Thomas_Mann&action=edit&section=9" \o "Abschnitt bearbeiten: Der Nobelpreis 1929" Bearbeiten]
Der Nobelpreis für Literatur war für Mann keine Überraschung. Bereits Jahre zuvor war spekuliert worden, dass er ihn bekommen könnte, er selbst hatte schon 1927 darauf gehofft. Am Nachmittag des 12. November 1929 erreichte ihn die Nachricht aus Stockholm. Er war konsterniert, dass sich das Komitee praktisch nur auf seinen ersten Roman bezog. Grund war der Stockholmer Königsmacher, der Schwede Fredrik Böök, der dem Roman Der Zauberberg keine Wertschätzung entgegenbringen mochte und ihn mehrfach verrissen hatte.[6] Das Preisgeld betrug 200.000 Reichsmark. Einen Teil davon verwendete Mann, um die Schulden seiner Kinder Klaus und Erika nach ihrer Weltreise zu tilgen. Außerdem wurden davon der Bau des noch heute als Tomo Mano namas gepflegten Sommerhauses in  HYPERLINK "http://de.wikipedia.org/wiki/Nida_(Litauen)" \o "Nida (Litauen)" Nidden auf der Kurischen Nehrung und zwei Autos finanziert, der Rest angelegt. Schon in Stockholm hatte ein Journalist den Manns nahegelegt, das Geld „draußen stehenzulassen“, aber sie verstanden nicht, weshalb. Als sie 1933 aus Deutschland emigrierten, verloren sie einen großen Teil ihres Vermögens, namentlich ihren Immobilien- und anderen Sachbesitz.
Paul HeyseDer deutsche Schriftsteller Paul Heyse ist am 15. März 1830 in der Landeshauptstadt Berlin geboren. Aufgewachsen ist Heyse sehr behütet; sowohl seine Mutter als auch sein Vater interessierten sich für Kunst, Kultur und Musik. Zu Schulzeiten war Heyse bereits sehr erfolgreich, er galt als Musterschüler. Heyse engagierte sich auch über den Schulunterricht hinaus; wo seine Interessen lagen stellte sich schnell heraus: Er gründete einen Dichterclub.
Nach einem kurzen Ausflug nach Bonn, und damit in ein Studium der  Kunstgeschichte und Romanistik, beschloss er sich nun ausschließlich mit der Dichtung zu beschäftigen. Im Jahre 1851 gewinnt Heyse erstmalig einen Preis mit  seiner poetischen Arbeit: Mit seiner Ballade „Das Tal von Espigno“ belegt er den 1.  Platz des Wettbewerbs. Eine Zeit lang lebte Heyse in Italien. Diese Zeit prägte einige seiner literarischen Arbeiten, wie zum Beispiel seine Novelle   HYPERLINK "http://www.buecher.de/shop/Buecher/LArrabbiata-Und-Gedichte-Dodo-Press/Heyse-Paul/products_products/detail/prod_id/25879850/vnode/1/lfa/quicksearch-9-titel/" L’Arrabbiata aus dem Jahr 1853. Im Jahre 1854 war Heyse an der Gründung des Dichtervereins „Das Krokodil“ beteiligt. Gemeinsam mit dem weiteren Mitbegründer- und Glied des Dichtervereins Geibel erschafft Heyse einen Dichterkreis in München. Heyse galt schon damals als einer der meistvertonten Lyriker der Welt. Seine Werke waren meist Pflichtlektüre an Gymnasien. Sie wurden in alle europäischen Sprachen übersetzt. Nach seinem Tod allerdings kannte kaum noch jemand den Namen Heyse. Nach dem ersten Weltkrieg befassten sich einige Nationalsozialisten mit seinem Wesen; so wurde im Jahre 1944 Heyses Schauspiel „Kolberg“ als Vorlage für einen erfolgreichen Propaganda-Film der Nazis verwendet. Heyses Name wurde allerdings in diesem Zusammenhang nicht erwähnt. Interessant ist es, an dieser Stelle zu wissen, dass Heyses Mutter Jüdin gewesen ist.
Zu Lebzeiten soll Heyse ein sehr freundlicher und aufgeschlossener Mensch gewesen sein. Bei Frauen habe er ebenso großen Erfolg gehabt. Die Schriftstellerin Isolde Kurz sagte einmal, dass er besonders gut reden könne, und sehr schön und liebenswürdig herüberkommt. Junge Autoren, wie z.B. Frank Wedekind fühlten sich von Heyse ebenfalls stets angesprochen; er nahm sich Zeit für sie, hörte ihnen zu und gab wertvolle Ratschläge. Im Jahre 1910 erhielt er den Literaturnobelpreis für sein Gesamtwerk.
Im Jahr 1914 starb der stets gute Freund, Zuhörer und Dichter Heyse in München. Er gilt als letzter großer Erzähler des 19. Jahrhunderts
1912: Gerhart Hauptmann (1862 – 1946)
Der deutsche Dichter Gerhart Johann Robert Hauptmann ist am 15. November 1862 Obersalzbrunn in Schlesien geboren.  Er gehört zu einem der bedeutendsten deutschen Vertreter des Naturalismus. Er lebte ab 1901 mit Margarete Marschalk, seiner ersten Frau, im Haus Wiesenstein in in Agnetendorf, seine von ihm selbst ernannte: „die mystische Schutzhülle meiner Seele“. Gemeinsam brachten sie einen Sohn zur Welt. Diese Ehe hielt jedoch nicht lange und bald daruf heiratete der seine zweite Frau. Diese Ehe hielt jedoch bis zu seinem Lebensende. 
Von seinem Leben inspiriert, erschien 1910 Hauptmanns erster Roman „Der Narr in Christo Emanuel Quint“ und später dann „Atlantis“. So euphorisch von der Idee, den zweiten Roman zu verfilmen, was 1913 auch geschah, schrieb er selbst einige Filmszenarien.
Hochgradige Anerkennung bekam der Dichter Hauptmann, erhielt zum Beispiel 1912 den Grillparzer- Preis, die Ehrendoktorwürde der Universität Leipzig und des Worcester College der University of Oxford, im selben Jahr erhielt er sogar Anerkennung für sein horrendes und vielseitiges Wirken im Bereich der dramatischen Dichtung. Auch Gegner hatte zur Genüge, so wie Kaiser Wilhelm II, dieser achtete den sozialdemokratischen Gerhart Hauptmann nicht. Er legte sogar sein Veto für ihn ein,  damit Hauptmann nicht den Schillerpreis erhält. Gerhart Hauptmann, der im Festspiel den Popanz des Militarismus beerdigt hatte, „buchstäblich“, gehörte ein Jahr später zu den Bejahenden des ersten Weltkrieges. Hauptmann unterzeichnete das Manifest 93 und veröffentlichte parallele Gelegenheitsverse, sie lesen sich wie widerwillige Satire, die er jedoch später selbst wieder öffentlich wiederief und in seinem original Dokument durchstrich.
Trotz vielen Turbolenzen erhielt Hauptmann 1912 den Nobelpreis für Literatur und starb am 06. Juni 1946 in seinem Heimatort Agnetendorf.
. 1946: Hermann Hesse (1877–1962)
In Württemberg wurde am 02. Juli 1877 Hermann Karl Hesse geboren. Hermann Hesse, auch bekannt unter dem Pseudonym: Emil Sinclair, war ein deutsch- schweizerischer Schriftsteller, Dichter und Freizeitmaler. Seine berühmtesten literarischen Werke sind „Peter Camenzind“, „Demian“, „Narziß und Goldmund“, „Der Steppenwolf“, und „Das Glasperlenspiel“, deren Inhalt die Selbstwerdung, Selbstverwirklichung, die Autoreflexion, das Transzendieren des Einzelnen ist. Im Jahre 1946 erhielt Hesse den Nobelpreis für Literatur und acht Jahre später den Orden „ Pour le mérite“ für Wissenschaft und Künste.
Der talentierte Schriftsteller wuchs in einer christlichen Missionarsfamilie, in einer harmonischen und intellektuellen Familienatmosphäre auf. Seine Eltern waren im Auftrag der Basler Mission in Indien tätig, dort wurde auch Hermann Hesses Mutter geboren. Sein Vater, Sohn eines baltischen Arztes, war Mitarbeiter des „ Calwer- Verlagsvereins“, dessen Vorstand sein Schwiegervater war. Ab 1881 zog die Familie für fünf Jahre nach Basel, wo Hermann Hesse die Internatsschule der Mission besuchte. Nach den fünf Jahren Baselaufenthalt ging Familie Hesse wieder zurück nach Calw ( Württemberg), wo Hesse zunächst in die zweite Klasse der Calwer Lateinschule eintrat. Er absolvierte den Besuch der Lateinschule mit Bravour und schloss ein evangelisches- theologisches Seminar in Maulbronn an. Zu dieser Zeit brach Hesses rebellische Ader aus, er flüchtete aus dem Seminar und erst einen Tag später fand man ihn auf freiem Feld. Nach seiner ersten Buchhändlerlehre in Esslingen, auch dieser entlief er nach drei Tagen, folgte im Sommer eine 14 monatige Mechaniklehrer. Die monotone Arbeit spornte ihn eigentlich nur an, sich wieder der Literatur und geistigen Auseinandersetzungen zu widmen. 1895 war er je doch bereit eine zweite Buchhändlerlehre zu beginnen, diese Erfahrungen seiner Jugend hält er später im Roman „Unterm Rad“ fest.
Aufgrund seines literarischen Erfolges, bekam er die Möglichkeit die neun Jahre ältere Basler Fotografin, Maria Bernoulli zu heiraten und sich mit ihr am Gaienhofen am Bodensee niederzulassen. Seine Frau stammte aus der  großen Bernoulli- Familie. Diese Ehe brachte drei Söhne Bruno, Hans Heinrich und Martin mit sich.
1907 verbündete er sich mit dem wandernden Dichter und Naturpropheten Gusto Gräser an, zog in dessen Grotte „ in den Felsen“ bei Ascona, die ihm zu seinem sogenannten „Heiligen Land“ wurden. Ein wiederkehrendes Motiv seiner Dichtung bleibt das Jüngerschaftserlebnis bei einem Einsiedler in der Wildnis. Aus diesen Erfahrungen entstand „Das Glasperlenspiel“. Gusto Gräser öffnete ihm auch die Tür zur geistigen Welt des Ostens. 1914 publizierte Hesse in der „Neuen Zürcher Zeitung“ die Abhandlung „O Freunde, nicht diese Töne“, in der er an die deutschen Intellektuellen appellierte, nicht in die nationalistische Polemik zu verfallen. Das war die Wende in seinem Leben! Er fand sich nun in einer heftigen politischen Debatte wieder , die deutsche Presse griff ihn an, Hassbriefe gingen bei ihm ein und alte Freunde sagten sich von ihm los. Zustimmung erhielt er ununterbrochen von seinem Freund Theodor Heuss, dem ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, des Weiteren vom französischen Schriftsteller Romain Rolland, der Hessen 1915 besuchte.
In der Nacht zum 09. August 1962 verstarb Hermann Hesse an den Folgen seiner Leukämieerkrankung, von der er nichts wusste. Im Kreise seiner Familie und Freunde wurde er auf dem Friedhof San’t Abbondio in Gentlino bei Montagnola beigesetzt. Hier ist auch sein Freund Hugo Ball begraben. Seine Lyrik ist ganz der Romantik verpflichtet, obwohl seine früheren Werke noch in der Tradition des 19. Jahrhunderts standen. Inhaltlich wandte sich Hesse häufig gegen die boomende Industrialisierung und Verstädterung, womit er eine Neigung der Lebensart der Jugendbewegung aufgriff.
„Zwischen Verweilen und Aufbruch“ gilt ihm der verdiente Literaturnobelpreis im Jahre 1946.
1966: Nelly Sachs (1891-1970)
Neben Samuel Agnon erhielt auch die gebürtige Berlinerin Nelly Sachs1966 den Literaturnobelpreis, was vor allem auf ihre literarische Auseinandersetzung mit dem Schicksal des jüdischen Volkes zurückzuführen ist. Am 10.Dezember 1891 wurde Leonie Sachs, die später ihren Namen änderte, als Tochter eines jüdisch stammenden Fabrikanten und dessen Frau in Berlin geboren. Sie durchlebte eine gewöhnliche Kindheit, die sich lediglich durch Privatunterricht aufgrund von chronischer Krankheit, von der anderer absetzte.
Schon in frühen Jahren galt ihr besonderes Interesse der schwedischen Autorin Selma Lagerlöf, mit der sie einen über 35 Jahre dauernden Briefwechsel aufnahm. Sachs konnte angespornt von der Schwedin mit 17 Jahren ihr erstes Gedicht veröffentlichen. 1921 folgte dann der erste Gedichtband, der vorrangig Motive aus Natur und Musik behandelte und mit der Hilfe von Stefan Zweig herausgegeben werden konnte. Nach dem Tod des Vaters 1930 als Folge eines Krebsleidens, begann eine schwere Zeit für Sachs und ihre Mutter, die im aufkommenden Nationalsozialismus ständig mit der Angst des Todes leben mussten. Nahezu im letzten Augenblick vor der Überführung in ein Konzentrationslager gelang beiden dank der Hilfe von der einzigen Freundin Gudrun Harlan und eines Bruders des schwedischen Königs die Flucht nach Schweden.
Anders als zu Lebzeiten des Vaters verharrten beide nun in relativ ärmlichen Verhältnissen und konnten sich nur schwer über Wasser halten. Sachs arbeitete in Gelegenheitsanstellung und später, nachdem sie die schwedische Sprache gelernt hatte, als Übersetzerin verschiedener Werke. Das eigene Verfassen widersprach völlig der früheren, romantischen Darstellung und war nun gekennzeichnet von verbitterten Emotionen. Denen von Tod und Schmerz geprägten Gedichten folgten Anfang der 40er-Jahre die beiden Dramen „Abram im Salz“ und „Eli“. Auch die Zeit nach dem Krieg verbrachte Sachs damit, die Grausamkeit des Holocaust darzustellen und verfasste weitere Gedichte zur Thematik. Ihre Ausarbeitungen fanden nun auch Beachtung im eigentlichen Heimatland, so wurden  HYPERLINK "http://www.buecher.de/shop/Lyrik/Gedichte/Sachs-Nelly/products_products/detail/prod_id/01215994/lfa/quicksearch-product-3/" Gedichteveröffentlicht und die Dramen im Rundfunk übertragen. Der Durchbruch schien auch in Deutschland gelungen, aber Nelly Sachs weigerte sich trotz einiger Ehrungen zurückzukehren. 1960 kam sie nach mehr als zwanzig Jahren zur Übergabe des Meersburger Droste-Preis für Dichterinnen für einen kurzen Aufenthalt zurück und musste bei der Rückkehr nach Schweden wegen einem Nervenzusammenbruch drei Jahre in einer Nervenanstalt verharren. Weitere Preise, wie der ihr zu Ehren gestiftete Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund folgten, bevor sie an ihrem 75.Gebrutstag den Literaturnobelpreis erhielt. Sachs verstarb am 12.Mai 1970 in einem Stockholmer Krankenhaus in Folge eines Krebsleidens.
1972: Heinrich Böll (1917 – 1985)
Als Schriftsteller mit Blick für das zeitliche Weltgeschehen und einer gewissen schöpferischen Einzigartigkeit schaffte es Heinrich Böll zum prägendsten deutschen, wenn nicht sogar europäischen Autor der Nachkriegsgeschichte. Im Hause des Schreiners Viktor Böll und dessen Ehefrau wird Böll am 21.Dezember des Jahres 1917 als achtes Kind der beiden in Köln geboren. Dort besuchte er ab dem Alter von 6 Jahren die katholische Volksschule, bevor er schließlich auf das Kaiser-Wilhelm-Gymnasium wechselte.
Nach dem Erhalt des Abiturs 1937 und einer anfänglich geplanten Ausbildung zum Buchhändler, schrieb sich Böll an der Kölner Universität für Germanistik und Klassische Literatur ein. Bis zum Einzug in die deutsche Armee veröffentlichte er bereits kleinere Romane und mehrere Gedichte. Hier lernte er auch während eines Fronturlaubs seine einzige Ehefrau kennen, mit der Böll vier Söhne hatte, einer starb jedoch noch im Geburtsjahr. Nach der Kriegsgefangenschaft, in die Heinrich Böll 1945 geriet, begannen seine wirklich ernsthaft gestalteten Werke. Das Studium für Germanistik nahm er wieder auf und veröffentlichte einige Werke, die sich vorrangig mit der Nachkriegsgeschichte beschäftigten. Trotz hohem Fleiß reichten die Einkünfte nicht zum Leben und so lag es vor allem an der Lehreranstellung seiner Frau, dass die Familie gerade so über die Runden kam. Erst mit Beginn der 50er-jahre wandte sich der bis dahin als Kurzgeschichtenautor bekannte Schriftsteller von diesen ab und widmete mehr Zeit dem Schreiben von längerer Belletristik. Was folgte, waren 20 Jahre schöpferische Erfolgsgeschichte. Böll verfasste eine Vielzahl an häufig gelesenen Werken, die zunehmend in der Bevölkerung zur Pflichtlektüre wurden.
Auch das öffentliche Interesse an seiner Person wuchs und auch wenn aus dieser Zeit manch Auftritt, in dem er frühere Erfolgsautoren angriff und einige von seinen Worten später nach eigenen Angaben bereute, konnte sich Böll über zunehmendes Ansehen erfreuen. Eine Stellung, die wegen einem Essay zum Thema Umgang mit den RAF-Terroristen ein Jahr nach dem Erhalt des Literaturnobelpreises 1972 arg ins Wanken geriet. Böll beschäftigte sich intensiv mit den Schicksalen, vor allem dem von Ulrike Meinhof und galt innerpolitisch als Sympathisant des Terrors. Er ließ kein gutes Wort an dem Umgang mit der Gruppierung und ging fortan auch scharf mit der Springer-Presse ins Gericht. Sein wohl bekanntestes Werk, „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ dokumentiert diese Verachtung in ausführlicher Weise. Böll setzte sich in den letzten zehn Jahren noch weiter mit politischem Geschehen in der ganzen Welt auseinander und galt bis zum Tod am 16.Juli 1985 als Kämpfer für einen globalen Frieden.
1999: Günter Grass (1927*)
Günter Grass ist Schriftsteller, Maler, Bildhauer, Literaturexperte und durchweg Künstler, was ihn noch heute nicht nur zu einem der am meisten beachtesten Personen Deutschlands, sondern zu einem international bewunderten Autoren der Gegenwart macht. Die eigentliche Heimat des Weltautors liegt in Polen. Am 16.Oktober 1927 in Danzig geboren, konnten die Eltern, ein protestantischer Lebensmittelhändler und eine kaschubisch stämmige Katholikin, nicht ahnen, welchen Werdegang ihr einziger Sohn nehmen sollte.
In relativ ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, diente Grass zunächst als Messdiener und kam in die Hitlerjugend, auch wenn er von dieser von Beginn an kein gutes Bild hatte. Nach dem Besuch der Volksschule und des Gymnasiums in Danzig, meldete sich Grass, um seinen finanziellen Beitrag für die Familie zu leisten, 1941 freiwillig für die Wehrmacht. 1945 gelangte er innerhalb der kriegerischen Handlungen schließlich in Kriegsgefangenschaft. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges machte er zunächst eine Lehre als Steinmetz, bevor er zwischen 1948 und 1952 Grafik und Bildhauerei in Düsseldorf studierte. Dieses Studium setzte er später an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin fort. Neben einigen plastischen Ausstellungen Mitte der 50er-Jahre zog es Grass auch langsam in den literarischen Bereich, in dem er anfänglich an Kurzprosa und einzelnen kleineren Theaterstücken arbeitete. 1959 entstand mit „Die Blechtrommel“, welche später sogar verfilmt wurde, Grass` erster Roman, der auf Anhieb großen Erfolg verbuchen konnte. Mit der eher gegenständlichen Darstellung der Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs entschloss sich Grass gegen das von allen beschriebene, formale Bild, distanzierte sich somit in einem ganz eigenen Stil und schaffte es als erster deutscher Autor nach dem Weltkrieg wieder für internationales Aufsehen zu sorgen.
Grass nutzte das öffentliche Interesse an seiner Person und warb für die politischen Interessen seines Freundes Willy Brandt. So nahm er an Wahlreisen, politischen Kundgebungen, bei denen er sich selbst zu Wort meldete und Wahlkämpfen teil. 1982 trat er in die Partei der Sozialdemokraten ein, eckte jedoch aufgrund seiner Ansichten innerparteilich mehrfach an. Grass sprach sich unter anderem gegen die Wiedervereinigung aus und stellte 1992 seine parteilichen Aktivitäten ein, blieb aber als Berater politisch aktiv und unterstütze beispielsweise den Wahlkampf von Heide Simonis in Schleswig-Holstein. Literarisch schreibt Grass noch heute seine Werke nach der alten Rechtschreibung und veröffentlicht fleißig weiter. So entstanden 2006 die Erinnerungen „Beim Häuten der Zwiebel“ oder 2008 der Roman „Die Box“. Für 2010 plant der Literaturnobelpreisträger von 1999, der auch über eine Vielzahl anderer Preise verfügt, die Herausgabe von „Unterwegs von Deutschland nach Deutschland. Tagebuch 1990“.
2009: Herta Müller (*1953)
Die in Rumänien geborene Herta Müller ist die Nobelpreisträgerin für Literatur, da sie es in unnachahmlicher Art perfektioniert hat, einen historischen Kontext in moderne, intensivierte Lyrik einzubetten und diese in besonderer Sachlichkeit darzustellen. Mitte der 90er wuchs die Popularität der Schriftstellerin noch weiter an und so konnte sie neben den Veröffentlichungen „Herztier“ oder „In der Falle“ auch hochrangige Auszeichnungen wie den Kleist-Preis 1994 oder 1997 den Literaturpreis der Stadt Graz ihr Eigen nennen.
2008 sorgte eine große innerpolitische Diskussion für riesigen Gesprächsstoff. So kritisierte Müller öffentlich die Einladung zweier ehemaliger Securitate-Mitglieder ans Kulturinstitut, woraufhin auch ihre Vergangenheit innerhalb des Regimes von Diktator Ceausescu in einem falschen Zusammenhang dargestellt wurde. Fernab von allen politischen Diskussionen veröffentlichte Müller in diesem Jahr mit„Atemschaukel“ einen neuen Roman, der orientierend an den Gesprächen mit dem verstorbenen Oskar Pastior, der selbst die Erfahrungen machen musste, das Leben von Deutschen in Siebenbürgen zur Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg exemplarisch darstellen soll. Nachdem es von vielen Experten bereits seit Jahren gefordert wurde, erfuhr man am 8.Oktober 2009, dass Herta Müller in diesem Jahr den Nobelpreis für Literatur erhalten wird, eine gerechtfertigte Auszeichnung für das Leben der Wahlberlinerin.

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